Das allein ist schon nicht schön, viel unschöner allerdings ist das Ganze gepaart mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Internets. Denn früher war alles viel besser, jedenfalls dann, wenn es darum ging, böse auf-die-Nerven-Geher online zu bestrafen: Gab man Worte wie voodoo-doll, oder - besser noch - online-voodoo in irgendeine Suchmaschine ein, erschienen zunächst ein, zwei Links zu obskuren US-Kräuterläden und dann folgten auch schon jede Menge URL zu lustigen kostenlosen Webseiten, auf denen man mehr oder weniger hübsch gezeichnete Püppchen mit Namen und gemein langen Nadeln versehen konnte.
Aus, vorbei. Wer heute nur mal eben kurz und folgenlos seinen Hass loswerden will, muss sich zunächst durch jede Menge Voodoo-Shop-Links quälen (Standardpreis für eine Stoffpuppe ohne Fluch 17,95 Dollar plus ein Jahr Garantie), eBay-Anzeigen ignorieren, merkwürdig verwirrte Blogschreiber ausblenden und hat damit alles in allem, wenn´s schlecht läuft, locker eine halbe Stunde verdaddelt, ohne auch nur ansatzweise ein Stück weitergekommen zu sein.
Denn es gibt zwar vordergründig tolle Angebote wie http://www.vivavoodoo.com/, wo man sich kostenlos ein Abbild des jeweiligen Ekelpaktes erstellen und die Puppe des Gemeinlings dann kostenlos downloaden kann, aber was hilft das, wenn man keine Nadeln dazu geliefert bekommt? Nix. Also weitersuchen. E-Mail-Voodoo (http://www.pinstruck.com/curse.php)? Ganz dumme Idee, vor allem in Phasen von generellem Menschheitshass fehlt dafür ganz einfach die richtige Adresse.
Bleibt www.guzer.com/animations/voodoo.php, wo man ein leidlich hübsches Püppchen mit Nadeln stechen und, aus unbekannten Gründen, auch mit einem Bügeleisen verhexen lassen kann. Die lästige Umwelt ignorieren ist allerdings einfacher.