Für Schumi den Ersten ist die aktuelle Formel 1-Saison schon gelaufen. Bedingt durch diverse Motorausfällen läuft es für den Deutschen im italienischen Flitzer diesmal nicht so gut und er fährt der Konkurrenz lediglich hinterher. Wenn ihr die Saison neu schreiben wollt, ist Formel 1 2005 genau das Richtige für euch. Mit einer überarbeiteten Grafik und einem sauberen Online-Modus will Sony mit der F1-Simulation die Pole Position erreichen.
Beschreibung: Bringt euch ins Cockpit
Nach einem rasanten Intro findet ihr euch auch schon im Auswahlmenü wieder. Als Einzelspieler stehen euch hier die gewohnten Modi zur Auswahl. Neben dem obligatorischen Einzelrennen oder einer Testfahrt, dürft ihr auch an einem Rennwochenende eurer Wahl teilnehmen. So könnt ihr euch für ein Land entscheiden und dann das gesamte Programm des Wochenendes abfahren. So müsst ihr euch beispielsweise erst einmal am Samstag qualifizieren und könnt am Sonntag dann an den Start gehen. Neben diesen Standard-Modi gibt es auch noch einen weiteren Spielmodus. Und zwar handelt es sich um den Karriere-Modus. Als junger unerfahrener Testfahrer müsst ihr euch erstmal einen Job in der Formel 1 verschaffen. Verschiedene, eher unterklassige Rennställe bieten euch Probefahrten an, in denen ihr zeigen müsst, was ihr im Cockpit draufhabt. Anfangs wird Minardi oder Toyota um euch buhlen. Seid ihr in den Rennsaisonen erfolgreich, könnt ihr eventuell schon bald im Silberpfeil sitzen oder Michael Schumacher als Teamkollegen haben. Nach einem erfolgreichen Rennen werdet ihr nur so mit Komplimenten bombardiert. Fallen eure Resultate dagegen eher schlecht aus, müsst ihr auch schon mal ein paar Tiefschläge einstecken. Natürlich warten auch wieder diverse Boni darauf freigeschaltet zu werden. So könnt ihr unter anderem neue Helme, Pokale, Retro-Strecken sowie ältere Fahrzeuge freispielen, die ihr dann bei den Testfahrten einsetzen dürft. Im Karriere-Modus hat Sony erfreulicherweise ein nettes Feature ins Spiel integriert. Mithilfe der EyeToy-Kamera und dem bekannten EyeToy: Cameo könnt ihr euer eigens Gesicht ins Spiel einfügen, so dass euer Alter Ego aussieht wie ihr!
Hör’ mal wer da schraubt!
Verfolgt man ab und zu das F1-Geschehen auf RTL, merkt man schnell, dass die Boxencrew ziemlich wichtig für den Sieg ist. Neben rasanten Reifenwechseln, stehen auch die verschiedenen Mechaniker im Vordergrund, die leistungsmäßig immer etwas mehr aus den Boliden rausholen. Konntet ihr euch schon im 04er-Vorgänger als Mechaniker versuchen, ist das entsprechende Setup-Menü in Formel 1 2005 noch umfangreicher ausgefallen. Neben den Reifen, dem Fahrwerk und der Dynamik, könnt ihr auch noch an den Werten von Hydraulik oder Getriebe herumregeln. Erfreulicherweise wirken sich die Veränderungen an eurem Flitzer viel deutlicher aus als im Vorgänger. Solltet ihr nicht so den Riecher für die Einstellung eines F1-Flitzers haben, stehen euch natürlich auch verschiedene Voreinstellungen zur Verfügung.
Herr des Cockpits
Fans von F1-Spielen werden um ein Lenkrad bestimmt nicht herumkommen. Das Feeling ist bei solchen Titeln noch intensiver. Formel 1 2005 haben wir allerdings mit dem Standard-Controller der PS2 getestet. Mithilfe des Analogsticks werdet ihr von Anfang an die Boliden sicher um die Kurven bugsieren und nur selten im Kies landen. Aktiviert ihr die zahlreichen Rennhilfen, wie z.B. ABS oder Lenk- bzw. Bremshilfe, seid ihr auf der sicheren Seite und Unfälle werden somit vermieden. Waschechte Rennfahrer lassen die Rennhilfen weg und stellen sich dem Abenteuer Formel 1! Nur wer zum rechten Zeitpunkt abbremst und nicht zu früh aus der Kurve heraus beschleunigt, wird sicher im Ziel landen. Neben der Beherrschung des Boliden, kann euch auch noch Petrus einen Strich durch die Rechnung machen. Wetterumschwünge sind keine Seltenheit. Zu Beginn des Rennens kann die Sonne noch lachen, aber schon nach kurzer Zeit überrascht euch dann der Regen. Ein Boxenstopp ist so unvermeidlich. Nicht nur ihr werdet zu diesem Zeitpunkt die Box ansteuern, auch die restlichen KI-Fahrer werden zum Reifenwechsel gebeten. Leider hat sich in Sachen KI im Vergleich zum Vorgänger nicht all zu viel getan. Da Sony die offizielle FIA-Lizenz besitzt, dürft ihr dafür auf die aktuellen Fahrer und Strecken von der Saison 2005 zurückgreifen. Unter anderem ist auch die Rennstrecke in Istanbul mit dabei.
Es lebe die Onlinewelt!
Zum ersten Mal in der Formel 1-Serie von Sony, könnt ihr in F1 2005 auch online gegen Fahrer aus der ganzen Welt antreten. Insgesamt dürfen zehn Piloten an den Start gehen und wahlweise ein Rennen absolvieren oder gleich die gesamte Weltmeisterschaft nachspielen. Wie schon offline, könnt ihr auch online die verschiedenen Rennhilfen ein- bzw. abstellen und zudem das Reglement feststellen. Wie man es schon aus den EA Sports-Titeln kennt, könnt ihr euch anzeigen lassen, welche Spielstärke die verschiedenen Rennfahrer haben. Somit lässt es sich vermeiden als blutiger Anfänger von einem Vollprofi platt gemacht zu werden. Aufgrund der durchschnittlichen Gegner-KI im Einzelspieler-Modus ist der Online-Part, trotz gelegentlicher Lags, eine willkommene Abwechslung.
Lasst es krachen!
Formel 1-Titel überzeugen nur selten in Sachen Grafik und bieten meist nur das Nötigste. Alle Strecken gleichen zwar ihren realen Vorbildern, mit viel Details sind sie allerdings nicht gerade gesegnet. Dennoch ist der Titel grafisch durchaus solide geworden. Die Boliden fallen im Vergleich zu den Strecken detaillierter aus und zu Framrate-Einbrüchen kommt es überhaupt nur bei einem Massencrash. Mithilfe von schicken Effekten, wie optischer Motorenvibration oder der Geschwindigkeitsunschärfe, wirkt das Rennen noch einen Tick realistischer. Besonders aus der Cockpit- und Stoßstangenperspektive fliegt ihr förmlich über den Asphalt. Zudem hat Formel 1 2005 neben einem 60 Hz-Modus auch noch das 16:9-Format sowie Progressive Scan spendiert bekommen. Allerdings hat das Spiel auch gerade im grafischen Bereich seine Schwächen. Zu einem Formel 1-Titel mit höheren Ambitionen, darf ein ausgereiftes Schadensmodell eigentlich nicht fehlen, was bei F1 2005 leider nicht der Fall ist. Ihr könnt beruhigt mit gut 200 Sachen in die Planken donnern; ein Schaden ist an eurem Fahrzeug nicht auszumachen. Im Vorgänger konntet ihr immerhin noch die Front der F1-Flitzer zerbeulen. Aber auch das ist leider nicht mehr möglich.
Soundtechnisch kommt ihr ebenfalls nicht zu kurz. Obwohl der Sound etwas schwach ausfällt, lasst ihr es mit Dolby Pro Logic II so richtig krachen. Leider wurde bei der Soundabmischung etwas geschlampt und so kommt es, dass euer eigenes Motorengeräusch von dem der anderen übertont wird. Kommentiert werden die Rennen von der RTL-Experten Christian Danner und Heiko Wasser, die allerdings etwas mau daher kommen.
Fazit: Dank der zahlreichen Renneinstellungen und der präzisen Steuerung wird die Formel 1-Serie immer realistischer. Zwar hat der Titel immer noch ein paar arcadelastige Momente, dennoch tendiert das Spiel immer mehr zur Simulation. Mithilfe der diversen Rennhilfen werden auch F1-Laien ihren Spaß an der Raserei haben und können sich so langsam in die Formel 1-Welt vortasten. Trotz der gelegentlich auftretenden Lags konnte auch der Online-Modus überzeugen. Für Profis ist dieser Modus genau das Richtige, da die Gegner-KI sich leider kaum verbessert hat. Obwohl der Titel auch optisch durchaus gelungen ist, ist das Fehlen des Schadensmodells leider zu schwerwiegend. Für einen F1-Titel, der die Pole Position erobern will, ist das ein wesentlicher Aspekt. Formel 1-Veteranen können bei diesem Spiel beruhigt zugreifen und auch die, die mit dem Genre noch nicht so vertraut sind, werden ihre Freude dran haben.