Forza Motorsport stellt nun endlich auch alle Simulations-Rennfahrer auf der Xbox zufrieden und vor eine harte Aufgabe! Wirklich zufrieden? Das erfahrt ihr im ausführlichen Mammut Test von Xboxdynasty.
Beschreibung: YOU ARE WHAT YOU RACE! Ist der Slogan von Forza Motorsport und bei kaum einem anderen Rennspiel spiegelt diese Zeile wirklich Euren Renncharakter wieder. Denn Forza Motorsport hat für jeden etwas zu bieten, für den Heizer, den Tüftler oder den Arcade Racer, das neue Rennspielerlebnis für die Xbox ist einzigartig.
Doch fangen wir erstmal langsam an und widmen uns dem Arcade Modus. In diesem Modus geht es nicht besonders viel um Feintuning Eures Boliden, sondern einfach nur um den Sieg auf der Strecke. Um die nächste Rennserie frei zu schalten, müsst ihr nur unter die ersten drei Plätze fahren. Autos bekommt ihr ebenfalls für gute Platzierungen in den verschiedenen Rennserien , wobei der dritte Platz ein Auto frei schaltet, der zweite Platz zwei Autos und der erste Platz drei Autos. Ebenfalls habt ihr die Möglichkeit, Eure eigenen Autos aus dem Karriere-Fuhrpark in den Arcade Modus zu laden. Womit wir auch schon beim Herzstück von Forza Motorsport wären, dem Karriere Modus.
Anfangs legt ihr erstmal ein Profil an und legt fest für welche Heimatregion ihr fahren möchtet. Die Wahl der Heimatregion hat auch direkt Auswirkung auf den Wert der verschiedenen Fahrzeuge im Karrieremodus. Zum Beispiel ist ein Auto aus den USA teurer, wenn ihr als Heimatregion Asien gewählt habt, als wenn ihr Euch für Europa entschieden hättet. Zusätzlich bestimmt ihr mit Eurer Wahl zu welchen Autotunern ihr im Verlauf Eurer Karriere ein gutes Verhältnis aufbaut und welche Automechaniker Euch lieber ignorieren.
Nachdem ihr Eure Wahl getroffen habt, geht es auch direkt mit einer geringen Summe an Credits – so die Währung in Forza Motorsport – in den Autohandelbereich, um Euch Euren ersten Boliden zu kaufen. Anfangs stehen nur wenige Fahrzeuge zur Verfügung, die ihr aber nach und nach im Karrieremodus frei schalten könnt. Insgesamt könnt ihr aus über 230 Karren von über 50 Top-Herstellern Euren Traumwagen erwerben.
Doch Forza Motorsport wäre nicht Forza Motorsport, wenn hier schon Schluss wäre, denn sobald man sich für einen Wagen entschieden hat geht es auch direkt zum Tuner. Dort könnt ihr verschiedenste Upgrades in Euren Wagen einbauen und somit die Leistung, das Gewicht, die Aerodynamik und das Streckenverhalten erheblich verbessern. Doch damit nicht genug, denn das Tuning in Forza Motorsport hat nicht nur optische Reize, sondern macht sich auf der Strecke, in der Spielbarkeit und in der Akustik sofort bemerkbar. Für Fast and Furious Fans bietet das Spiel noch diverse aerodynamische und stylische Front- Heck- und Seitenspoiler, 10 verschiedene Fenster-Tönungen, etliche Felgen bis hin zu Klarglas-Rückleuchten.
Wenn Euch das alles noch nicht reicht, dann begebt ihr Euch einfach in den Lackierungs- und Aufklebermodus der auf der Xbox seines Gleichen sucht und in dem man schon mal locker 2 Stunden an einem Auto basteln kann. Ihr habt die Möglichkeit aus zig verschiedenen Farbvorlagen Eure Traumfarbe auszusuchen, auch Effekt-Lackierungen auch besser bekannt als „Flipp-Flopp“ Lackierungen sind möglich. Danach bestimmt ihr noch, wenn ihr möchtet, die Farbe Eurer Motorhaube und Eurer Außenspiegel. Als nächstes geht es zum Aufklebermodus.
Hier könnt ihr eigene Lackmuster entwerfen oder Euren Boliden mit z.B. „Bridgestone“ Aufklebern veredeln. Der Editor funktioniert wirklich simpel und macht super viel Spaß. Man hat 5 Bereiche auf denen man Aufkleber anbringen darf und diese Bereiche kann man zusätzlich noch in mehrere Aufkleberschichten unterteilen. Wenn ihr z.B. einen Kreis mit der Innenschrift „AEM-Tuning“ möchtet, müsst ihr zuerst eine Schicht mit einem Kreis erstellen und darüber eine Schicht mit dem AEM Aufkleber festlegen. Das Design einer Autoseite kann man auch auf die gegenüberliegende Seite kopieren. Zum Beispiel geniale Flammen, die sich an den Seiten Eures Traumwagens entlangschlengeln. Euer gespeichertes Design könnt ihr auch über Xbox-Live in Eurem Autoclub tauschen. Doch dazu später mehr.
Nachdem wir Euch jetzt so viel über das Tuning von Forza Motorsport erzählt haben, gehen wir nun noch eine Stufe weiter, das Feintuning von Forza Motorsport, was es wirklich in sich hat. Das Feintuning ist ein komplizierter Vorgang, alle Veränderungen und Einstellungen die ihr vornehmt hängen voneinander ab und beeinflussen sich gegenseitig. Es gibt keine „richtigen“ Einstellungen, die besten Einstellungen hängen von dem Fahrercharakter, der Strecke und dem Auto ab. Doch zum Glück habt ihr die Möglichkeit Eure Einstellungen Probe zu fahren und bei Gefallen zu speichern, um sie dann jederzeit wieder laden zu können.
Zurück im Karrieremodus könnt ihr dann durch Rennerfolge gute Beziehungen zu Herstellern aufbauen. Diese Beziehungen unterscheiden sich in „Zulieferer“ – geben Euch Rabatte auf Tuning- und Zubehörteile - und „Autohersteller“ – geben Euch Zugriff auf zuvor gesperrte Autos oder schenken Euch sogar ab und an einen Wagen. Diese Wagen könnt ihr entweder direkt wieder verkaufen oder aufmotzen. Da ihr aber oft in Geldnöten seid, ist es ratsam sich von dem einen oder anderen Wagen zu trennen. An Credits gelangt ihr im Spiel natürlich mit guten Platzierungen in den Rennevents, aber auch der Schwierigkeitsgrad, den ihr selbst beeinflussen könnt, bestimmt wie viel Preisgeld ihr nach einem Rennen bekommt. Wer unter den Einstellungen die Hilfen „Ideallinie“ und Schwierigkeitsgrad auf „schwer“ stellt und zusätzlich noch die Fahrhilfen, „ABS“ „STM“ und „TCS“ ausstellt bekommt richtig viel Geld nach einem Sieg und dürfte sich auch nur selten in Geldnöten befinden. Als Anfänger solltet ihr aber erstmal alle Fahrhilfen anlassen, um sich an das Spiel zu gewöhnen, wobei sich die „Ideallinie“ als äußerst geniale Fahrhilfe erweist. Auf der Strecke wird eine grüne Linie dargestellt, die für Euch immer Vollgas bedeutet, sobald eine Kurve sich nähert ändert sich die Farbe der Linie in rot, nachdem ihr bremst in orange bis hin zu grün wo ihr dann wieder beschleunigen dürft. Die Ideallinie passt sich immer an Euren Rennstil, Euren Wagen und Modifikationen an und ist durchaus gelungen und erhöht den Spielspaß ungemein.
Der Karrieremodus ist in 6 verschiedenen Kategorien unterteilt. Anfangs dürft ihr Euch in Amateurrennen beweisen und Euch langsam aber sicher weiter hoch arbeiten. Die Abschnittrennen zum Beispiel führen von einem Kontrollpunkt zum Anderen und die Profirennen haben sehr strenge Startvoraussetzungen, bei denen ihr z.B. eine bestimmte KW Zahl nicht überschreiten dürft oder nur Autos bis Baujahr 1985 zugelassen sind.
Ein weiteres Schmankerl von Forza Motorsport ist das trainieren Eures eigenen Drivatar. Das Drivatar könnt ihr einsetzen, um z.B. lange Endurancerennen, die über 25 Runden und mehr gehen, für Euch fahren zu lassen. Ihr seht dann das Rennen in einer Art Replay Perspektive bequem und relaxt von Eurer Couch. Das Drivatar müsst ihr in vielen Bereichen aber erst mal richtig trainieren, bevor ihr damit Erfolge feiern dürft. Der Einsatz des Drivatar in den Rennserien verringert zudem noch Euer Preisgeld und verlangt eine Gebühr die von Rennen zu Rennen variiert.
Der Xbox-Live Modus von Forza Motorsport hat auch ein paar kleinere Überraschungen für alle online Spieler parat. Zum einen dürft ihr Euren eigenen Autoclub gründen, oder könnt auch direkt dem Xboxdynasty-Autoclub beitreten, oder aber mit bis zu 8 Spielern den Karriere-Modus weiterspielen. Im Autohandel dürft ihr Eure Boliden an Spieler auf der ganzen Welt weiter verkloppen oder Euch anschauen, was sie Euch zu bieten haben. In den Ranglisten könnt ihr sehen, wer der schnellste Spieler der Welt, auf Eurer Freundesliste oder aber in Eurem Autoclub ist und deren Ghosts herunterladen, um ihn dann zu schlagen. In den Replays nach einem Rennen könnt ihr nicht nur die schöne Grafik bewundern, sondern Euch auch Telemetriedaten einblenden lassen. Von der Bodenhaftung, über die G-Kräfte am Wagen bis hin zu den Federwegen ist für wahre Forzaristi alles angegeben, was ein wahres Rennfahrerherz begehrt.
Die Grafik von Forza Motorsport ist ein wirklicher Genuss, schöne Licht- und Schatteneffekte, sowie Spiegelungen auf den Autos. Doch leider ist die Grafik nicht so schön wie es zum Beispiel bei Project Gotham Racing 2 oder Rallisport Challenge 2 der Fall ist. Das Schadensmodell ist dafür aller erste Sahne. Leichte Berührungen mit Euren Gegnern machen sich mit Lackabschürfungen bemerkbar und grobe Fahrfehler, die meistens mit heftigen Karosserieverbeulungen in der Mauer enden. Doch das Schadensmodell sieht nicht nur Klasse aus, sondern macht sich auch in Punkto Sound, Steuerung und Beschleunigung bei heftigem Schaden sofort bemerkbar. Das Streckendesign von Forza Motorsport kann sich ebenfalls sehen lassen. Von schönen Stadtstrecken, über tolle Bergfahrten mit grandiosen Höhenunterschieden bis hin zu bekannten Rennstrecken, wie z.B. Silverstone oder der Nürburgring-Nordschleife ist auch hier alles dabei. Leider wird auf der Strecke selbst das Design nur circa ein bis zwei Autolängen vor Euch mit den endgültigen Texturen überzogen, dass bei manchen Strecken, wie z.B. dem Speedway wirklich nicht schön aus sieht. Gelegentlich bemerkt man im Spielgeschehen Pop-Ups am Horizont. Zum Glück muss man diese wirklich mit der Lupe suchen, dafür läuft das Spiel jederzeit absolut flüssig (30 FPS) und vermittelt (schnelle Wagen vorausgesetzt) einen richtigen Geschwindigkeitsrausch.
Der Sound der Boliden und der Umgebung während des Rennens ist auch Extraklasse und präsentiert sich im feinsten Dolby Digital 5.1. Sobald ihr Euren Wagen aufmotzt und mit einem Turbolader verseht hört ihr im Spiel das typische Turboladerpfeifen oder Euren neu gekauften Auspuff richtig schön Röhren. Der Soundtrack von Forza Motorsport präsentiert sich in rockigen instrumentalen Musikstücken, die ihr aber mit der Soundtrack-Funktion Eurer Xbox, um Eure eigenen Lieblingslieder erweitern könnt.
Die Steuerung ist ebenfalls sehr gut gelungen. Jedes Fahrzeug überliefert Euch ein eigenes Spielgefühl. Jede Art von Tuning verbessert das Handling Eures Wagens und je länger man in ein und dem selbem Wagen sitzt, desto besser fährt man den Wagen auch. Es stehen Euch vier verschiedene Perspektiven im Spiel zur Verfügung, zwei Außenansichten und zwei Cockpitansichten. Mit A könnt ihr die Handbremse betätigen und mit dem rechten Analog Stick, wie bei Project Gotham Racing 2, um Euer Auto zoomen. Mit den Fahrhilfen erweist sich Forza Motorsport als leicht zu spielendes Rennspektakel, doch ohne „Ideallinie“ und den anderen Hilfen wird aus dem Rennspektakel sehr schnell ein Rennwettkampf der nicht zu unterschätzen ist.
Fazit: Mein Fazit: Forza Motorsport ist ein geniales Rennspiel geworden. Vor allem die ausgehungerten PGR2 Fans werden sich freuen, dass endlich ein neues und erstklassiges Rennspiel im Handel erhältlich ist, auch wenn Forza Motorsport nicht an die Klasse eines Project Gotham Racing 2 oder RalliSport Challenge 2 herankommt ist Forza Motorsport ein absolutes Muss für Rennspielbegeisterte. Von mir gibt es hier einen ganz klaren Kauftipp!