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Seit jeher steht die populäre Tekken-Reihe nicht nur für exzellente Beat ´em Up-Unterhaltung, sondern auch für grafische Revolutionen, die das Prügelfest jedes Mal auf´s Neue nicht nur spielerisch, sondern auch optisch zu einem Meilenstein des Genres werden lassen. Auch Tekken 5, das wir im Rahmen einer Preview, zu deren Zweck wir die amerikanische Verkaufsversion des Titels spielen durften, bereits ausführlich angetestet haben, macht seinem Namen alle Ehre. Fragt sich letztlich nur noch, ob auch die deutsche Version perfekt lokalisiert wurde, oder ob wir uns hierzulande mit einigen Einschränkungen anfreunden müssen.
Beschreibung: Deutsches Gamplay oder globales Gameplay?
Wie nicht anders zu erwarten hat Namco am Layout von Tekken 5 nichts geändert. Wie in der US-Version erwartet euch vor dem Start des Spiels ein lustiges, aber hässliches Minispiel, dessen Ziel es ist den Startknopf zu betätigen. Ist dies geschafft, gelangt ihr in das obligatorische Menü, dessen anwählbare Punkte ebenfalls unverändert sind. Unter anderem lassen sich hier die Modi Arcade, Story, VS, Teambattle und Time-Attack wählen. Diese sind auch schon aus den Vorgängern bekannt. Neu hinzugekommen bei Tekken 5 sind Adventure und Nostalgie. Ersterer erlaubt es euch ein kleines Abenteuer mit einem der Zugpferde der Reihe, namentlich Jin, zu erleben, bei dem ihr eine ziemlich einfallslose und banale Storyline verfolgen dürft und dabei vor allem riesige Kisten und immer gleich aussehende Gegner zerstören müsst. Während der beschriebene Modus eher nach einer Grafikstudie oder Übung der Entwickler ohne Potenzial aussieht, bietet der Nostalgiemodus genau das, was sich sicher viele ältere Hasen und der neugierige Zockernachwuchs gewünscht haben, nämlich eine Spielhallenvariante der ersten drei Teile der Reihe, die sowohl allein, als auch zu zweit gezockt werden darf. Ansonsten bieten die bekannten Modi genug Futter für viele, viele Wochen Prügelspaß, zumal die sehr gut ausbalancierten Schwierigkeitsgrade auch in der deutschen Version unverändert blieben.
Wie immer könnt ihr euch durch acht bis zehn Stages mit einem Charakter eurer Wahl prügeln und, sofern ihr den Endgegner auf die Matte legt, dadurch einen neuen Charakter und das Video des Kämpfers freispielen. Die Sequenzen sehen auch bei Tekken 5, wie nicht anders zu erwarten war, wieder mal phänomenal aus, so dass man sich die Filmchen nicht nur einmal ansieht, sondern immer wieder mit laufender Nase davor hockt und einfach nur genießt. Was die Story von Tekken 5 betrifft, so wurde sie lediglich ins Deutsche übersetzt, aber nicht verbessert. Dies bedeutet, dass sie erneut, selbst wenn man alle Puzzleteile zusammen setzt, relativ mager ausfällt, da die Charaktere nur wenige Beziehungen unter einander pflegen.
Je weniger Tiefgang die Figuren - geistig gesehen - besitzen, desto mehr Moves beherrschen sie aber und schließlich kommt es in einem Tekkenspiel ja auch nur darauf an. Wie schon in der US-Version von Tekken 5 besitzt beispielsweise Hwoarang nicht mehr nur 70 oder 80 Moves, sondern jetzt an die 150 verschiedene Angriffsvarianten. Diese reichen vom normalen Kick bis hin zum Finisher und Moves, die bei gelungener Ausführung die Lebensenergie eines Kämpfers auf ein Minimum reduzieren. Natürlich braucht es Zeit bis man letztere Varianten reibungslos beherrscht, denn der Fingerspagat, der des Öfteren gefordert ist, will erstmal gelernt sein. Aber auch Durchschnittszocker brauchen nicht misstrauisch sein bei 150 Moves, bewegen sich die Charaktere auch flüssig, wenn man nur zufällig auf den Tasten rumdrückt.
Glücklicherweise kommen nun auch erstmals die unterschiedlichen Kampftechniken der Recken so richtig zum Tragen. Es gibt nämlich bestimmte Techniken, gegen die etwa Karate nichts ausrichten kann, wenn sie ordentlich angewandt werden. Die Kämpfer sind jetzt auch noch eine Ecke besser auf einander abgestimmt und bilden somit ein perfekt ausbalanciertes Feld.
Deutsche Technik oder globale Technik?
Im Hinblick auf die angespielte US-Version hat sich das Gameplay also nicht verändert. Doch wie sieht es mit den Moves aus? Wurden bestimmte entfernt, etwa Genickbrecher oder Finisher oder wurde das Pixelblut gegen grünen Schleim ausgetauscht? Hat Christie etwa mehr an? Auf all diese bangen Fragen gibt es eine Antwort: Nein. Namco hat Tekken 5 in allen Bereichen unverändert gelassen und lediglich die Sprache angepasst. Das Spiel sieht also immer noch gigantisch aus, die Bewegungsabläufe sind auch in der deutschen Version noch genauso flüssig und das Game wirkt wie ein großer Fluss, in dem alles zusammenfließt und nichts hängen bleibt. Glücklicherweise wurde keine deutsche Sprachausgabe integriert, alle Kämpfer sprechen in ihren jeweiligen Landessprachen und werden durch deutsche Untertitel verständlich. Auch der "Kommentator“ spricht gewohnt englisch und das ist auch gut so. Auch die Musik wurde nicht verändert, wie schon in der US-Version untermalen Rock- und Metalsounds das Spielgeschehen. Beide Genres passen sich perfekt an und wirken dynamisch.
Fazit: Glücklicherweise hat Namco die US-Version lediglich für den deutschen Markt lokalisiert und keine unnötigen Veränderungen am großartigen Gameplay vorgenommen. Zusammen mit selbigem, der perfekten Präsentation, der einfach grandiosen Optik, dem großen Charakterfeld, den unglaublich vielen Angriffsvariationen, dem Nostalgiemodus und den ganzen kleinen Details, die hier gar nicht alle genannt werden können, bereichert die Tekken-Reihe mit ihrem fünften Teil einmal mehr den Videospielmarkt und katapultiert Tekken 5 zu einem der bestaussehendsten PS2-Spiele bzw. besten Beat 'em Up-Spiele überhaupt. Genrekönig und Meilenstein - kaufen!
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