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 Gamestest
Game-Test: Rennspiel
Test Drive Unlimited (Xbox 360)

USK: 6 Jahre Preis: ca. 60 €
Publisher: Atari Release: erhältlich

Bereits zum Release der Xbox 360 wurde der neuste Teil der „Test Drive“-Serie angekündigt. Und nachdem die ersten Screens und Movies zum Spiel veröffentlicht wurden, wurde das Spiel auch schon von einer großen Spielerschar sehnsüchtig erwartet. Nun ist es endlich soweit und Atari hat Eden Games neustes Projekt in die Händlerregale gestellt. Ob die bisher eher enttäuschende Test Drive – Serie ihren ersten Höhepunkt erlebt, dass erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Beschreibung: Zum Glück keine Auswahl!

Nachdem ihr das Spiel in das Laufwerk eurer Xbox 360 Konsole eingelegt habt und das Spiel geladen hat, werdet ihr dazu aufgefordert den „Start Button“ zu betätigen. Tut ihr dies nicht schnell genug, wird euch ein mehr oder weniger gutes Introvideo des Spiels gezeigt, welches euch einen knappen Einblick in die zahlreichen Möglichkeiten von „Test Drive Unlimited“ gewährt. Drückt ihr dann erneut den „Start Button“, so kommt ihr ins bescheidene Hauptmenü des Spiels. Bescheiden? Ja, denn es gibt nur sage und schreibe einen einzigen Menüpunkt. Und dieser trägt den Titel „Spiel starten“. Wer sich jetzt fragt, was aus dem Multiplayerpart und den Spielmodi geworden ist, den können wir beruhigen:

Denn alles was das Spiel bietet, ist mit dem virtuellen Auto zu erreichen. Und um sich in ein Mehrspielerrennen zu stürzen, müsst ihr noch nicht einmal die Verbindung zu einem Server suchen. Seid ihr online, so fahren auch andere, reale Spieler in der Spielwelt herum. Seid ihr wieder offline, so taucht nur kurz die Meldung auf, dass ihr die Verbindung zum Server verloren habt, das Spiel wird jedoch nicht unterbrochen. Es sei denn, ihr befindet euch gerade in einem Rennen gegen reale Gegner. Denn in diesem Fall wird das Rennen einfach beendet und ihr findet euch im „Freie Fahrt“ Modus wieder.

Wollt ihr euch irgendwann ein neues Auto kaufen, so müsst ihr euch nicht erst durch ein lästiges Menü klicken, sondern einfach zum Autohändler eurer Wahl fahren und euch ein Auto aussuchen. Wollt ihr an einem Rennen teilnehmen, so müsst ihr einfach zur, auf der Karte markierten Startlinie fahren.

Eine Insel…
Das Spiel beginnt mit einer kurzen Introsequenz (ingame Grafik, wie alles im Spiel), welche einen Flughafen zeigt. Sie endet mit einer Menschenschlange vor dem Check-in Schalter. Und da kommt ihr auch schon ins Spiel. Denn von allen Menschen, die in der Schlange warten, könnt ihr euch einen Charakter aussuchen, in dessen Haut ihr für den Rest des Spiels schlüpfen wollt.

Die Geschichte ist bei jedem Charakter dieselbe: Ihr habt genug Geld und fliegt kurzerhand nach Hawaii. Eure Pläne sind zugleich das Ziel des Spiels. Rennen fahren und Preisgelder abstauben, welche ihr dann in neue Boliden und Häuser investieren könnt. Der einfallslosen Story kann man aber eins zugute heißen: Sie wurde realitätsnah umgesetzt.

Denn nachdem euer Charakter auf der Insel der Träume gelandet ist, bekommt ihr nicht etwa ein Auto und ein Haus zugewiesen. Nein, ihr müsst euch zuerst einmal für einen Mietwagen entscheiden, welchen ihr mangels Geld nur zeitbegrenzt fahren dürft – Immerhin wollen das Reiseunternehmen und die kommenden Investitionen auch noch Bares sehen.

Habt ihr dies erledigt, gilt es erstmal einen fahrbaren Untersatz zu organisieren. Dabei müsst ihr, wie bereits erwähnt, zum Autohändler eurer Wahl fahren und euch ein Auto aussuchen, welches euer Budget nicht sprengt. Es ist also nicht schon von Beginn des Spiels an möglich, einen teuren Porsche oder Mercedes zu fahren.

Mit dem Kauf eines Autos verschwindet dann auch automatisch der Mietwagen, also nichts mit zurückbringen und so weiter. Danach könnt ihr euch ein Haus kaufen. Dies geschieht entweder durch den Besuch beim (virtuellen) Makler eures Vertrauens oder direkt beim Haus eurer Träume. Vorausgesetzt eure Träume sind nicht allzu teuer. Denn ihr habt nach dem teuren Flug und dem Mieten eines schicken Autos nicht mehr allzu viel Kohle im Portmonee. Und so realistisch, dass ihr euch euer Geld durch harte Handarbeit selber verdienen könnt, ist das Spiel dann doch nicht – wir reden hier immerhin von einem Rennspiel.

Wie komm ich ans Geld?
Wie wir bereits zu Beginn unseres Artikels schrieben, besteht das eigentliche Ziel des Spiels darin, Rennen zu fahren und die gewonnenen Scheinchen in neue Autos oder Häuser zu investieren. Doch das ist nur die Rohfassung des Spiels. Denn zum Spaßhaben gibt es noch weitaus mehr als nur „Rennen fahren und Geldausgeben“. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Kurier oder Fahrermissionen:

Kuriermissionen:
Die Kuriermissionen sind im Grunde genommen alle gleich aufgebaut. Ihr fahrt zu einem auf der Karte markierten Symbol um den Auftrag zu starten. Hierbei muss man erwähnen, dass man wirklich lieblos auf die Aufträge vorbereitet wird. Von der Konversation der Charaktere bis hin zur Präsentation selbiger kann man nicht gerade von einer Meisterleistung reden. Neben einer schlechten Synchronisation und rohen Bewegungen der Charaktere bekommt ein „Neuling“ auch nicht wirklich gesagt was er zu tun hat. „Du willst das Auto also abliefern? Sorge dafür dass es nicht beschädigt wird.“ lautet ungefähr der Auftrag. Nicht jeder wird daraus schließen können, dass man noch nicht einmal den Rasen berühren darf. Wenn ihr dann noch im Rosenbeet oder in einem anderen Auto landet, wird euch einfach etwas Geld vom Gesamtbetrag abgezogen.

Doch wie jeder weiß, zählen die inneren Werte viel mehr als das ganze Drumherum. Und hier muss man vor allem die Idee loben. Denn dank der Kuriermissionen, in denen man Autos abliefern soll, hat man schon gleich zu Beginn des Spiels die Möglichkeit einen noch unbezahlbaren Schlitten zu fahren. Und das macht in diesem Spiel wirklich einiges aus (dazu jedoch später mehr).

Neben den Kuriermissionen, in denen ihr Autos ausliefern oder zu einer Werkstatt fahren müsst, gibt es auch Aufträge in denen es gilt ein einfaches Packet abzuliefern. Bemerkenswerk ist hierbei der Detailreichtum: Schaut ihr während der Mission auf euren Nebensitz, so liegt dort tatsächlich ein Packet. Solche Details ist man auch heutzutage nicht von jedem Spiel gewohnt. Damit ihr euch nicht unterfordert fühlt, sind diese Missionen im Gegensatz zu denen mit den Autos allesamt mit einem Zeitlimit und einer Bedingung versehen: Ihr dürft nicht von der Polizei verfolgt werden. Doch für echte Profis sind diese Mission trotzdem viel zu einfach, da das Zeitlimit fast immer viel zu hoch angesetzt ist und die Männer in Grün auch fast nie anschlagen – Es sei denn, sie werden gerammt.

Anders sieht es da wiederum beim Ausliefern von Autos aus. Zwar habt ihr kein Zeitlimit, trotz alledem ist es sehr schwer die heißen Schlitten unbeschadet ans Ziel zu bringen. Immer wechselt ein CPU-Wagen (Reale Spieler werden bei diesen Missionen ausgeblendet) vor einem die Spur oder hält plötzlich an. Und da die Schwierigkeit so viel höher ist gibt es auch viel mehr Kohle: Im Gegensatz zum Päckchen ausliefern (ca. 5000$) gibt`s hier bis zu 100.000$

Fahrermissionen
Fahrt ihr mit eurem Wagen langsam durch die Stadt so werdet ihr spätestens durch die Frau im GPS (dazu später) auf nette, junge Damen aufmerksam gemacht. Nein, die Rede ist nicht etwa von Prostituierten, sondern von Damen, die eine Mitfahrgelegenheit suchen. Dürfen sie bei euch mitfahren, so gilt es die Gäste in einer gewissen Zeit möglichst sicher an ihr Ziel zu bringen. Schließt ihr eine solche Mission perfekt ab, bekommt ihr fünf von den so genannten Coupons, schließt ihr die Mission mit einigen Crashs ab, so gibt`s nur vier.


Coupons und Klamottenläden
In Test Drive Unlimited gibt es zwei Zahlungsmethoden. Neben dem Geld wären da auch noch die „Coupons“, von denen ihr euch ausschließlich neue Klamotten kaufen könnt. C &A und H&M haben`s jedoch nicht ins Spiel geschafft. Stattdessen findet ihr auf der ganzen Insel verteilt Markengeschäfte, welche sich nur auf Marken wie zum Beispiel „Ecko“ spezialisiert haben. Einen wirklichen Nutzen hat das Outfit des Charakters jedoch nicht. Eben nur ein nettes Gimmick am Rande.

1,2,3 Polizei!
Wer es mit dem Lesen bis hierhin geschafft hat, der dürfte bereits gemerkt haben, dass Test Drive Unlimited ein Autorennspiel ist. Da die Entwickler scheinbar versucht haben, dem Spieler das Gefühl zu geben, sich wirklich auf Hawaii zu befinden, darf natürlich auch die Polizei nicht fehlen. Hätte man dieser ein wenig mehr Gehirn spendiert, so wäre der Versuch der Entwickler zumindest in den meisten Belangen des Spiels geglückt. Hier einmal die drei schlimmsten Auffälligkeiten der Bullerei:

Straftaten – Was muss man tun um verfolgt zu werden?
Würde das Leben doch nur mehr dem Spiel ähneln. Mann darf das Gaspedal in Test Drive Unlimited so weit durchdrücken wie man möchte, ohne dass man die Polizei am Hals hat. Man darf sich auch die Fahrbahn aussuchen, auf der man fahren will. Ob einem der Verkehr nun entgegen kommt oder nicht, man wird nicht von der Polizei verfolgt. Das einzige was die Aufmerksamkeit der Gesetzeshüter auf einen zieht, sind Unfälle.

Schade wie wir finden. Eine bessere Polizeipräsens hätte dem Spiel auch weit mehr Realismus eingehaucht.

Verfolgungsjagden – Wie lang bleibt die Polizei dran?
Wurdet ihr erstmal von der Polizei erwischt, so hängt diese euch auch gleich an den Fersen. Je nachdem wie hoch euer Fahndungslevel ist, so stark werdet ihr auch verfolgt. Leider das Adjektiv „stark“ relativ. Und so sind auch die Verfolgungsjagden nur „relativ“ spannend. Bei fast jedem Auto gilt: Gaspedal 2 Minuten durchdrücken und die Polizei ist verschwunden.

Insgesamt kann man sagen, dass die Integration der Polizei zwar nette Idee war, die man jedoch nicht gut umgesetzt hat. Detailreich bleibst dennoch: Man kann die Funksprüche der Polizei mithören.


GPS und weitere Details
Hätte man im Spiel keins, würde es wohl Vielen fehlen: Das GPS! Es bietet eine Karte, ein Navigationssystem und viele nützliche Informationen. Ersteres wurde besonders gut ins Spiel integriert. Drückt ihr das digitale Steuerkreuz nach rechts, so öffnet sich eine Sattelitenkarte und das Spiel wird automatisch pausiert. Auf dieser Karte könnt ihr euch einen Wegpunkt setzen, zu welchem ihr vom Navigationssystem geführt werdet. Falls ihr euch die langen Wege zum gewünschten Ziel ersparen wollt, könnt ihr euch auch einfach per Klick auf den gewünschten Ort „Teleportieren“ lassen. Dies jedoch nur, wenn ihr zumindest schon mal in der Nähe des Ortes gewesen seid.

Habt ihr ein Ziel auf der Karte markiert oder befindet ihr euch in einer Mission, so geleitet euch die nette Dame im Navigationssystem zum Ziel. Und das macht sie ziemlich gut. Zwar sagt sie einem bei Abfahrten von der Autobahn nicht bescheid, jedoch kann man sich in der Stadt immer hundertprozentig auf sie verlassen und braucht nicht ständig auf die Minikarte zu starren. Dies ist besonders bei schwierigen Single- oder Multiplayerrennen hilfreich und man verpasst, wenn man gut aufpasst, keine Kurve. Bei einigen Rennen ist das Navi jedoch unnötig, da die Strecke abgesperrt wird. Genervt hat`s aber noch nicht.

Der Detailreichtum des Spiels wurde in diesem Artikel zugegebenermaßen schon oft genug gelobt. Einmal müssen wir aber noch ran. Denn das Spiel bietet etwas selbstverständliches, was bisher kaum ein Spiel bot: Man kann die Fenster runter und wieder hochkurbeln indem man das Steuerkreuz nach links drückt! Wahnsinnig oder? Da wird die Tatsache, dass man andere Onlinespieler per Lichthupe zu einem Rennen herausfordern kann doch gleich in den Hintergrund geschoben.

Gut jetzt haben wir vielleicht ein bisschen was verdreht, aber das sich sogar der Sound verändert, wenn man mit offenen Fenster fährt, hat uns echt begeistert.

Grafik, Steuerung und Sound, was braucht man mehr?
Test Drive Unlimited glänzt mit einer verdammt guten schlechten Grafik. Äh…mit einer verdammt schlechten guten Grafik. Oder war`s doch andersrum? Naja, das dürft ihr selber entscheiden, nachdem ihr folgenden Abschnitt gelesen habt:

Einerseits sieht Test Drive nämlich verdammt gut aus: Schicke Wagen, detaillierte Cockpits und eine tollte Landschaft. Die andere Seite: Hässliche Wagen und unschöne Animationen (siehe „Wie komm ich ans Geld?“). Mit den schönen Wagen sind alle lizenzierten, also vom Spieler fahrbare Vehikel gemeint. Mit den hässlichen alle anderen Wagen. Denn diese wirken nur dahingeklatscht und ziehen die Atmosphäre des Spiels unheimlich in den Keller. So sehen alle euch entgegenkommenden Autos pixelig und undetailliert aus – inklusive der Polizeiautos. Gut, alle auch nun wieder nicht: Die anderen „realen“ Spieler fahren ja auch noch schöne Autos.

Der Sound des Spiels passt von der Qualität zu den Fahrzeugen. Alle lizenzierten Vehikel haben einen originalen, nahezu perfekten Sound. Es macht einfach nur Spaß mit einem der 90 Fahrzeuge durch die Gegend zu heizen. Alles macht einen sehr realistischen Eindruck. Einziges Manko im Punkto Sound ist die Synchronisation. Hier wirkt alles sehr unnatürlich und künstlich. Auch das Navigationssystem – aber das soll ja sicher so sein.

Mit der Steuerung des Spiels sind wir auch zufrieden. Zwar bedarf es einiger Eingewöhnungszeit sich an alles zu gewöhnen, trotz alledem wurden die Tasten mit Verstand ausgewählt. So benutzt man für die unwichtigeren Dinge wie das Radio, das Aufrufen der Karte und die Wahl des Radiosenders das Steuerkreuz und für die wichtigeren Dinge den gut zu erreichenden Rest des Controllers.


Fazit: Die Länge des Artikels sagt es schon: Das Spiel bietet mehr als jedes andere Rennspiel. Im Fazit bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass uns das Spiel überzeugen konnte und jeder, der sich für Spiele dieser Art interessiert, zuschlagen sollte. Gut die Polizei und die „No Name“ Wagen sind einfach nur schlecht. Wer aber darüber hinwegsehen kann, der sollte nicht zögern und sich auf zum Spielehändler seines Verrauens machen.


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