www.stadtmagazin.de 8 Freitag, 10. Februar 2012
news, nachrichten, infos, boulevard, klatsch, tratsch aus krefeld und mönchengladbach kultur, museum, theater, kino, form, ballett, kunst, tanz termine, live, konzert, musik party, disko, disco, tanzen, dance, nightlife, club, musik, termin, event, house, techno, hip-hop sport, fussball, borussia mönchengladbach, eishockey, kev, pinguine games, pc, xbox, ps2, playstation, psp, portable, next, preview, review, test
Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de


Stadtmagazin.de - RSS 2.0 - Feed
Dienstag, 26. Juli 2005 13:01
Bittersüße Indiepopgeschichten

Kanada scheint augenblicklich ein Ort zu sein, an dem junge Bands fernab aller zeitgeistigen Referenzen moderne Popmusik zelebrieren, die sich meist in frischem Gitarrenrock manifestiert.


Nach Broken Social Scene und The Arkade Fire kommt nun ein Quintett Namens Stars über den Teich, um der hiesigen Indierockgemeinde mit seinem bereits dritten Album einen bittersüßen Spätsommer zu bereiten. Mit ungeheuerlich einnehmenden Melodien, künstlerisch ausgetüftelten Arrangements und verspielt tragischer Poetik setzen sie mit ”Set Yourself On Fire” Akzente, die zeigen, wie schön es ist, wenn eine Band die Lust des Geschichtenerzählens verspürt und diese auch umzusetzen weiß. Eine Qualität, die vordergründig dem Songwriter Torquil Campbell zuzuschreiben ist. Allerdings wäre das Album ohne die verführerische Stimme von Amy Millan nur halb so viel wert, schließlich macht das Wechselspiel beider Stimmen einen großen Teil der emotionalen Klasse ihrer Platte aus. Michael Leuffen sprach vor der Tour im September mit der umtriebigen Kanadierin, die man hierzulande auch als Sängerin von Broken Social Scene kennt, über Kanada, die Welt und ihre Opferbereitschaft für den Rock’n’Roll!

Stadtmagazin: Amy, sollte man für Rock’n’Roll sterben?
Amy Millan: Wenn ich an die bei uns als New-Yoga-Generation bezeichneten Fitness-Fanatiker denke, dann sollte Rock’n’Roll und derjenige, der ihn repräsentiert, einen Gegenpol zu ihnen darstellen. Die Welt hat derzeit ein großes Problem. Und dafür braucht sie Menschen, die aus ihr einen besseren Platz machen wollen. Das sind meist diejenigen, die wegen ihr leiden. Und die sollten meiner Meinung nach ihr Loch im Herzen nicht mit Heroin stopfen! Das hilft niemandem. Ich bin nicht an Zerstörung, sondern an Hoffnung interessiert!

Stadtmagazin: Ist dieses Loch der Grund für Dich, Musik zu machen?
Amy Millan: Der einzige. Deshalb singen wir auch gleichermaßen über Liebe und Menschlichkeit. Letzteres sollte jedoch nicht mit Politik verwechselt werden, denn daran sind wir nicht interessiert. Amerika ist zum Beispiel ein Land, das sich mit etwas präsentiert, das es nicht besitzt: Demokratie. Die ist weg. So etwas ist für uns aber keine politische Frage, sondern eine Frage des menschlichen Rechts. Die Amerikaner haben ihr Recht zu wählen verloren. Für uns ist das nichts Politisches. Politik ist für Typen wie Bono. Ja, Bono ist ein echter Politiker. Und für mich manipuliert Politik, und all diejenigen, die mit ihr zu tun haben, machen nur Kompromisse auf der Basis: Was interessiert die Masse? Wir haben indes eigene Ideen und werden diese nicht verkaufen, wenn wir im Spotlight stehen.

Stadtmagazin: Die Platte klingt sehr literarisch! Ist Torquil mehr Poet oder Musiker?
Amy Millan: Ich sehe ihn mehr als fantastischen Geschichtenerzähler. Er liest viel, und ich denke, er stiehlt sich dabei seine tragischen Inspirationen zusammen. So ist das halt: Smarte Menschen leihen sich was und geniale klauen gleich alles! (lacht).

Stadtmagazin: Empfindest Du Eure Musik als tragisch.
Amy Millan: Natürlich. Das Leben ist tragisch, schließlich müssen wir alle sterben! Aber das tragischste wäre, wenn du als Einziger überleben würdest. Da möchte ich lieber als erster sterben. Aber nicht, dass wir uns falsch verstehen: Es gibt auch wunderschöne Momente im Leben!

Stadtmagazin: Ist es für Dich wichtig, dich als Frau im Rockbusiness zu positionieren?
Amy Millan: Natürlich. Das macht auch unsere Band so spannend, denn wir haben zwei verschiedene Stimmen, welche die männliche und die weibliche Sicht auf die Dinge, die wir verhandeln, betrachten. Unsere Songs sind so etwas wie Theater, in denen menschliche Geschichten dramatisch und doppelbödig erzählt werden.

Stadtmagazin: Wie sieht diese Verbindung zum Theater genau aus?
Amy Millan: Wir mögen die Idee des Charakters in einem Song und in der Art, wie du ihn performst. Wenn ich einen Song live singe, dann singe ich immer als andere Person. Mal singe ich ihn wie eine Siebzehnjährige, dann bin ich eine Oma.

Stadtmagazin: Ihr kommt aus Kanada, wo augenblicklich viele junge Aufsehen erregende Bands herkommen. Was ist das Besondere an Kanada?
Amy Millan: Ich denke, Kanada ist sehr jung. Wir kommen alle von irgendwo her. Und das wunderschöne Land hat all diese Leute gut aufgenommen. Kanada als Land wächst augenblicklich zusammen wie nie zuvor. Das ist für mich ein Grund, weshalb von dort so viel interessante Kunst kommt. Kanada hat ja auch eine andere Geschichte als Beispielweise Amerika. Amerika wurde von Outlaws errichtet, die eigentlich bis heute das Sagen haben. Kanada indes wurde von friedfertigen Menschen begründet. Deshalb sind wir auch sozialer als Amerika. Unsere Regierung unterstützt zum Beispiel ihre Künstler, und das ist mit Sicherheit ein Grund dafür, weshalb so viele interessante Bands von dort kommen.


Weitere Artikel aus diesem Bereich:
Artikel aus anderen Bereichen:

Freitag, 10. Februar 2012
     Profi-Suche
GOGO CRAZY, Kitty Atomic und Miss Stereo verstehen ihren Mix als musikalische Zumutung der buntesten Art. Dabei gehören Pop&Roll, 60&80s, sowie PartyPunk ... mehr
Gebäude 9, Köln
Köln, Freitag, 10.02.12
Kölnarena, Grease - Das Musical,
20:00 Uhr
Stadtgarten, Silberschweinparty,
23:00 Uhr
Bochum, Freitag, 10.02.12
Starlight-Express-Halle, Starlight Express,
20:00 Uhr
Krefeld, Freitag, 10.02.12
Kulturfabrik (Kufa), Rockbar - Krefelds rockparty,
22:00 Uhr
Mönchengladbach, Freitag, 10.02.12
Projekt 42, Abiparty der GS Espenstraße,
21:00 Uhr
Kastanienhof, Friday Night Fever,
22:00 Uhr
Graefen Clubbing, CAMPUS Nacht,
23:00 Uhr
Herr Rossi, Küche: rANDALE, rANDALE - FSR 07 Party, Salon: rANDALE, rANDALE - FSR 07 Party,
23:00 Uhr
Neuss, Freitag, 10.02.12
Allrounder Winterworld, Radio-Après Ski-Party mit NE-WS 89.4,
18:00 Uhr
Düsseldorf, Freitag, 10.02.12
Nachtresidenz, After-Work-Out,
20:00 Uhr
Köln, Freitag, 10.02.12
Underground, TALCO + BAMBIX,
20:00 Uhr
Live Music Hall, Poplife,
21:00 Uhr
Underground, U1: Virus, U2: Roots & Rebel,
22:00 Uhr
Die Werkstatt, Im Korallenriff, liebemachen,
23:00 Uhr
Gebäude 9, GOGO CRAZY,
23:00 Uhr
Krefeld, Freitag, 10.02.12
Düsseldorf, Freitag, 10.02.12
Capitol Theater Düsseldorf, Kein Pardon, das Musical,
19:30 Uhr
Krefeld, Freitag, 10.02.12
Kulturfabrik (Kufa), Norwegen Die Entdeckung der Landschaft, GEREON ROEMER, Digitale Live-Reportage,
19:30 Uhr
Krefeld, Freitag, 10.02.12
Vereinigte Bühnen Krefeld/Mönchengladbach, 11-Schulkonzert, Benjamin Britten,
11:00 Uhr
Mönchengladbach, Freitag, 10.02.12
Franziskaner Kirche, Ensemble Agimont mit Remy Syrier, König-Orgelkonzert,
20:00 Uhr