"Ich spreche Deutsch ein bisschen", so Mocky auf die Bemerkung hin, dass er doch nun schon seit knapp vier Jahren in Berlin lebt. Der gebürtige Kanadier folgte seinen Freunden Peaches und Gonzales. Vielmehr war es die Musik, die ihn in seine Wahlheimat lockte, als der Wunsch in Deutschland zu leben. "Ich gehe dahin, wohin mich die Musik bringt. Wo die besten Musiker sind, und das ist für mich Berlin". Sowieso hält sich Mocky den größten Teil der Zeit, falls er nicht gerade auf Tournee ist, im Studio auf oder in den Räumen seines Labels Fine, dem englischen Four Music-Ableger. So zählen auch die Fantastischen 4 und Afrob zu seinen deutschen Lieblingskollegen. Was sie verbindet, ist der Sinn für Musik und Humor. Erinnern wir an die Veröffentlichung seines ersten Albums, die er zum Anlass nahm, eine Tour durch die Zoos der europäischen Haupstädte zu planen, um seine Musik einem Publikum zu präsentieren, das ihr gerecht wird: den Affen. Sowieso scheint Mocky eine große Affinität zur Tierwelt zu haben: "Ich umgebe mich gerne mit ihnen, um den Kopf ‚mindless‘ und frei zu machen", so Mocky. Ironie und Absurdes beleben Mockys Musik, dennoch mit "tieferem Sinn und der existentiellen Frage wer wir sind". Eine große rote Clownnase mit Kern also. Als Urspung seiner Freakness nennt er selbst seine familiären Wurzeln: "In meiner Familie sind alle Psychologen. Ich war vorbestimmt, anders zu werden als die Anderen." Doch sollte man seine Arbeit nicht als Witz oder Klamauk verbuchen:"Ich bin ich. Ich bin authentisch, und ein Teil von mir ist eben sonderbar".
Anders als bei den beiden Vorgängeralben "Mesopotamia" und "Are&Be" legte er für die Arbeiten zu seinem neuen Longplayer "Navy Brown Blues" das Laptop beiseite. Dieses sei sein "persönlichstes Album", das aus den Erfahrungen der letzten drei Jahren entstand. Er will mehr sein als nur ein Knöpfendreher, deshalb hat die Live-Umsetzung des Albums Vorrang, was den von ihm gewünschten Ohrwurmeffekt deutlich steigert. Jeder Song seines Albums hat Hitqualitäten. Alle nötigen Elemente sind vorhanden: Intro, Verse, Chorus, Catchy Parts und Fun Parts. Elemente, die in den Köpfen der Hörer hängen bleiben, ohne langweilig zu werden - das Pop-Ding eben. "Mit 14 habe ich mein Schlagzeug Backstage in Jazzclubs geschmuggelt, ich war einfach zu jung. Jetzt ist es Zeit, die akkustischen Instrumente zurück in die elektronische Musik zu schmuggeln". Wie Mocky seine Band unauffällig in die Kulturfabrik und in den Stadtgarten schmuggeln will, bleibt ein Rätsel.
3. Nov.: Kulturfabrik Krefeld, Einlass 19.30 Uhr. Und am
4. Nov.: Köln Stadtgarten, Beginn 22 Uhr. Karten sind bei tickets&more (Vitus Center/Hbf MG) erhältlich.