Nach knapp 13 Jahren mit nationalen und internationalen Erfolgen macht Marc Romboy einen Neustart und präsentiert mit "Gimini" seine erste Soloplatte. Das stadtmagazin sprach mit dem Mönchengladbacher über die Stadt und ihre Vorzüge, das wilde Partytreiben und die Zusammenarbeit mit Robert Owens.
stadtmagazin: Viele Künstler der Stadt zieht es früher oder später in die Ferne. Beispiel: Kollege Roman Boehr alias DJ Tocadisco, der Köln zu seiner Wahlheimat machte. Du allerdings bleibst der Stadt treu.
Marc Romboy: Ja, stimmt. Ich liebe Mönchengladbach. Die längste Zeit, die ich in einer anderen Stadt verbrachte, waren vier Wochen Berlin, um Inspiration und Kontakte für mein Solo-Album zu sammeln. Mein Leben spielt sich hier ab, gemeinsam mit meiner Familie und meinen Freunden. Einer meiner Lieblingsorte ist der Stadtwald in Rheydt. Viele Erinnerungen hängen an diesem Ort. Zudem spiele ich leidenschaftlich gerne in der Nacht. Da ich viele Leute dort kenne, weiß ich, dass die Lust, Party zu machen, in diesem Club zu Hause ist.
stadtmagazin: Stichwort Lust auf Party. Du bist viel herum gekommen. Wie beurteilst Du das Publikum in den verschiedenen Ländern?
Marc Romboy: Jedes Publikum reagiert anders. Als DJ ist es wichtig, mit der richtigen Performance auf das Publikum einzugehen. Die Kommunikation mit den Leuten ist wesentlich, um ihre Stimmung abzuschätzen. Ich plaudere sicher nicht aus dem Nähkästchen, wenn ich sage, dass natürlich auch Drogen eine Rolle spielen. Ich befürworte das nicht, nehme selbst auch keine, aber in London ist es in der Szene gang und gäbe. London ist ohnehin eher Underground und dreckig. In Italien ist das Lebensgefühl ganz anders. Alles ist sehr adrett und ästhetisch. Von daher gibt es durchaus Unterschiede.
stadtmagazin: Deine erste Solo-Platte "Gimini" erscheint in Kürze. Wie kam es dazu, nach so vielen Jahren, den Alleingang im Rahmen eines Longplayers zu wagen?
Marc Romboy: Ich fühlte mich an einem Punkt angekommen, an dem ich spürte, dass es für meine Kreativität nötig ist, einiges von meiner Festplatte zu löschen. Ich verbrachte einen Monat bei einem Freund in Berlin. Das waren sehr intensive vier Wochen. Im Sommer fing ich mit der Planung meines Albums an. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, mit wem ich gerne zusammen arbeiten würde. Vor allem war mir wichtig, neben Instrumentals auch "beseelte" Tracks mit Vocals auf meinem Solowerk zu haben.
stadtmagazin:. Neben Blake Baxter und Tommie Sunshine finden wir auch Robert Owens auf zwei Tracks wieder.
Marc Romboy: Ich bin auf diese Zusammenarbeit sehr stolz. Ich liebe seine Stimme. Robert Owens kommt aus Chicago. Einige mögen ihn noch kennen. Mitte der 80er, als die Chicago-House-Welle ins Rollen kam, hat der einen der wichtigsten Acts bestückt, "Can you feel" von Finger Inc. Ursprünglich war dieses Stück ein simpel gestricktes Instrumental mit einer Bassline und einer Fläche drüber. Sein Gospelgesang hat in meinen Augen das Genre Deep-House eingeführt. Im August habe ich ihn eingeladen, wir haben Studiosessions gemacht, und dabei sind "I need" und "In My Mind" herausgekommen. "In My Mind" ist im Übrigen der einzige Track auf meiner Platte mit einem echten Song-Charakter. Er klingt sehr warm und gibt ein wohliges Gefühl.
Im April erscheint "Gimini" (Systematic Recordings) das erste Solo Album von Marc Romboy. Die Release-Partys finden am 4. April im Triple A (Köln) und 16. April in der legendären Nacht (Mönchengladbach) statt wo am Marc Romboy gemeinsam mit Funky Chicken Club-Kollegen DJ Delicious seinen Neustart feiern wird. Weitere Infos unter: www.systematic-recordings.com oder www.MarcRomboy.com