Das Stadtmagazin sprach vor dem Auftritt mit Pablo, dem Sänger, Gitarristen und Songschreiber der Band.
Stadtmagazin: Um ehrlich zu sein, hielt ich es zunächst für einen Witz, als ich hörte, dass eine Ska-Band aus Mallorca unsere Stadt besucht. Hierzulande kennt man die Insel vor allem als Urlaubsort deutscher Touristen, die sich furchterregend benehmen. Gibt es noch mehr derartige Bands auf Mallorca?
Shaking all Över: Klar, wir sind da nicht die einzigen. Es gibt ausser uns zwar nur ein paar andere, und die sind quer über die Insel verstreut, dafür sind sie sehr gut und sehr proffesionell. Die Szene auf dem Festland ist natürlich eine andere, dort gibt es viel mehr Bands, grade in der Gegend um Barcelona, aber mit denen haben wir nicht so viel zu tun.
Stadtmagazin: Ihr seid zum ersten Mal in Deutschland. Wie ist euer Eindruck?
SAÖ: Gut. Wir haben bereits Shows in Düsseldorf, Hamburg und Passau gegeben, haben schon vor knapp 400 Besuchern gespielt, und eine Menge interessante Leute getroffen. Es scheint hier eine Menge Old-School-Punks zu geben, Leute mit verrückten Frisuren, Iros und so. Wir haben viel Spass hier.
Stadtmagazin: Wie ist eure Band entstanden?
SAÖ: Wir sind schon seit vielen Jahren befreundet, haben zusammen die Schule besucht, und standen schon damals auf die selbe Musik. 2003 beschlossen wir dann es selbst zu versuchen und gründeten SAÖ.
Stadtmagazin: Und welche Musik ist das? Wen zählt ihr zu euren persönlichen Favoriten?
SAÖ: Im Augenblick sind das vor allem Transplants, Box Car Racer, und Animals & Airwaves, das neue Projekt von Tom De Longe. Diese Musik wird vermutlich auch die Arbeit an unserem neuen Album beeinflussen, das spätestens nächstes Jahr erscheinen soll, und mit dem wir hoffentlich auch wieder in Deutschland touren werden.
Stadtmagazin: Stichwort Album. Auf Electric Chair Music erschien vergangenen November euer Debüt-Album "A Christmas Carol", bislang allerdings nur in Spanien. Wird das Album irgendwann auch bei uns erhältlich sein?
SAÖ: Das hoffen wir sehr. Momentan verhandeln wir mit diversen Plattenfirmen u.a. auch in Deutschland und den USA.
Stadtmagazin: Wie war die Arbeit an eurem Album? Fällt es dir leicht Songs zu schreiben?
SAÖ: Nein, ein leichter Job ist das nicht, Songs zu schreiben, aber es macht um so mehr Spass. Dementsprechend lange hat auch die Arbeit an unserem Album gedauert, ich habe erstmal über ein Jahr Songmaterial gesammelt, bevor wir ins Studio gegangen sind. Für die Aufnahmen haben wir dann etwa sechs Wochen gebraucht.
Stadtmagazin: Habt ihr auch Cover-Songs auf dem Album?
SAÖ: Nein! Alle zwölf Songs stammen aus meiner Feder.
Stadtmagazin: Singt ihr auch auf spanisch? Und wovon handeln eure Texte? Seid ihr eine von diesen "angry young bands", die sich gegen das Establishment auflehnen?
SAÖ: Nein, wir sind keine politische Band. Natürlich sind wir gegen Krieg, Faschismus, und jegliche Form von Unterdrückung, das sollte selbstverständlich sein. Aber unsere Lieder handeln nicht davon. Es geht mehr um unser Leben, um die Liebe, um unsere Innen- und Aussenwelt, und wie wir sie erleben, sehr persönliche Sachen also. Alle unsere Texte sind auf englisch, das wird auch vorläufig so bleiben.
Stadtmagazin: Vielen Dank für das Gespräch.
Im Anschluss an unser Gespräch spielten Pablo, Serge und Jul dann vor begeistertem Publikum in einer ungewöhnlich gut besuchten Garage. 60 Minuten lang gab die Ska-Combo Vollgas, Punkt 22.00 Uhr war Schluss (die lieben Nachbarn...) . Die Stimmung und die Songs der Band waren kaum zu toppen, und es bleibt nur zu hoffen dass die Jungs von Shaking All Över bald wieder nach Deutschland kommt. Alle weitere entnehmt ihr bitte unseren Schnappschüssen. Das Stadtmagazin wünscht weiterhin viel Erfolg und good luck.