Über eine 2,50 hohe Außentreppe erreicht der Kunstgänger einen insgesamt 70 Meter langen und über Eck laufenden abschüssigen und sich nach hinten verjüngenden Tunnel, dessen 14 an 14 Meter große, weithin sichtbare Öffnung seine Besucher nahezu schlundartig aufzusaugen scheint. Völlig auf sich und seine Sinneswahrnehmung allein gestellt, tastet man sich in dem absolut abgedunkelten Tunnel weiter, um schließlich über eine fünf Meter tiefe Stiege hinabzusteigen in die Unterwelt der Kunst. Der eigens zur Verbindung von Tunnel und Museum geschaffene Durchbruch durch die Betonwand ist kaum spürbar; zu sehr ist der Tunnelgänger damit beschäftigt, die Orientierung nicht zu verlieren.
Unten angekommen, tastet er sich in dem ebenfalls stockdüsteren "schwarzen Museum" im Keller des Hollein-Bauwerkes voran. In den dortigen so genannten "Kleeblatträumen", die üblicherweise dem Sammlungsbestand vorbehalten bleiben, hat Gregor Schneider sechs Räume aus seinem weltweit bekannt gewordenen Langzeitprojekt Haus u r aufgebaut, das er von 1985 bis 1997 in der Unterheydener Straße in Rheydt begann und dessen Räume er anschließend auf Weltreise, unter anderem zur Biennale Venedig 2001 und ins Museum of Contemporary Art Los Angeles 2003-2004 schickte. Mit dem Projekt E N D kommen die Räume wie die "Abstellkammer", das "Atelier", das "Schlafzimmer" und das "Kaffeezimmer" somit erstmals wieder an ihren Ursprungsort zurück. Einzige Lichtquellen des "Schwarzen Museums" sind die Lampen dieser Zimmer. Gänzlich unheimlich wird es beim Anblick der auf dem Boden liegenden und von spärlichen Lampen angestrahlten "Akteure", deren Oberkörper in schwarze Plastiksäcke gehüllt sind.