Die Die Linkspartei Tim Spier, Felix Butzlaff, Mathhias Micus, Franz Walter (Hrsg)
Der Untertitel Zeitgemäße Idee oder Bündnis ohne Zukunft? stellt die zu beantwortende Frage, die drei Göttinger Politwissenschaftler und ein Professor für Parteienforschung mit diesem Buch klären wollen.
Wer wie der Kritiker selbst zu jenen gehörte, die mit der WASG (Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit) die Hoffnung verbanden, es gäbe wirklich eine Chance für eine andere Politik, vor allem für die Benachteiligten der deutschen Gegenwartsgesellschaft, sogar auf drei Bundesparteitagen Delegierter war, hat zu diesem Buch eine vielleicht andere Einstellung als die sonstigen Leserinnen und Leser. Der "Erfolg" einer Partei misst sich in diesem Land - noch - an den Mandaten, die man bei Wahlen "einfährt". Die letzte Bundestagswahl zeigte deutlich, dass immerhin mehr als vier Millionen Wählerinnen und Wähler noch immer daran glauben, dass mit einer Partei ihr Schicksal verändert werden könnte. Dass dazu die Auflösung eines "linken" Lagers stattfindet, die SPD zu einer bedeutungslosen Randpartei zusammenschrumpft (in Bayern 15% Wählerstimmenchancen) zeigt deutlich, dass die Politik nicht mehr in der Lage ist, statt der eigenen Interessen die der Menschen in diesem Land zu vertreten.
Dieses Buch beschreibt Konstruktion und Aufstieg der neuen Partei DIE LINKE. Auch für sie ist nicht die außerparlamentarische Bewegung das wichtige Standbein, sondern eher ein Anhängsel. das man noch akzeptiert. Die starke Riege von Gewerkschaftern, die man sich mit der WASG eingekauft hat, samt dem "bunten" Oskar Lafontaine wird zusammenwachsen. Dass man da nie ein existenzsicherndes Grundeinkommen fordert, ohne Arbeitspflicht, das versteht sich von selbst. Ob das alles nun ein "Bündnis ohne Zukunft" sein wird, zeichnet sich ab, wenn man die Beiträge dieses Buch kritisch liest. Immerhin sind die Autoren alle nicht dem "Karl Liebknecht Amt" in Berlin verpflichtet.
- dieter braeg
Tim Spier, Felix Butzlaff, Mathhias Micus, Franz Walter (Hrsg): "Die Linkspartei", VS Verlag Wiesbaden 2007. 345 Seiten. ISBN 978-3-531-14941-7. 26,90 Euro.