Der Essener Kriminal-Oberkommissar Otto-Friedrich Dennert (Hans Albers) ist ein alter Fuchs. Vor ihm hat selbst die Essener Unterwelt Respekt, die Ganoven nennen ihn ehrfürchtig den "Greifer". Doch Dennert passt nicht mehr in die moderne Welt, er ist ein Relikt, das aufs Altenteil abgeschoben werden soll – und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem ein Frauenmörder in Essen sein Unwesen treibt. Wer glaubt, Opas Kino habe nur aus kuscheligen Wohlfühl-Alpenglühn-Schlagerfilmen bestanden, wird von Eugen Yorks Thriller Der Greifer eines Besseren belehrt. Keine Frage, nach 50 Jahren hat auch Der Greifer Patina angesetzt, vieles wirkt im Vergleich zu modernen Kriminalfilmen altbacken. Doch in seinen Spannungsmomenten überzeugt der Film, gerade das letzte Viertel durch eine ausgefeilte, überraschende Dramaturgie, auch noch 50 Jahre nach seiner Entstehung,. Zur DVD: Das Bild wurde aufgefrischt, die Kontraste der Schwarz-Weiß-Produktion wirken absolut klar. Laufspuren weist der Film keine auf, dennoch tauchen immer wieder kleinere Spratzer auf. (93 min, ca. 10 Euro).