Die ungeduldigen Fans lockten den Star mit immer lauter werdenen "Wir-wollen-Lenny" Rufe. Der vergoldete, gläserne Flügel war gelüftet, die Crew hatte die Bühne für den Auftritt des Megastars vorbereitet und machte den Soundcheck, gespickt mit kleinen Showeinlagen, um die wartenden Fans zu animieren.
Spätestens jetzt waren die Konzertbesucher nicht mehr zu halten und der Beifall wurde immer lauter bis die Band endlich die Bühne betrat und direkt mit rockigem Sound loslegten. Und dann war es soweit: Nebel hüllte die Bühne in ein sanftes Licht und Lenny Kravitz, cool wie immer, erschien unter tosendem Applaus lässig in Jeans und T-Shirt, mit Sonnenbrille und Mütze. Die Stimmung kochte immer höher und der amerikanische Sänger hatte sichtlich Spaß zu entertainen.
Als er mit "Billie Jean" eine Hommage an Michael Jackson anstimmte, forderte er die Fans auf, ihre Feurzeuge in die Lüfte zu halten. Rock-Ikone Kravitz gab sich als Weltstar ohne Allüren und Arroganz, der fast ganze zwei Stunden das Polodrom zum Rocken brachte. Bei seiner gefühlvollen Ballade "I´ll be waiting" setzte sich der vielseitige Musiker selbst ans Piano. Zum Ende des Songs überraschte Gitarrist Craig Ross mit einem zehnminütiges Gitarrensolo der Extraklasse.
Auch Berührungsängste scheinen dem Frauenschwarm, dem man sein Alter nicht ansieht, fremd. Er drehte den Spieß kurzerhand um und schlüpfte in die Rolle des Fotografen. Dazu schnappte er sich seine Kamera, sprang von der Bühne und fing an, die Fans zu fotografieren, was er mit " Die Bilder könnt ihr euch bei Twitter ansehen" kommentierte.
Er schüttelte Hände, gab Autogramme und brachte damit nicht nur die ersten Reihen zum Toben. Als der stylische Musiker nach dem Konzert die Bühne verließ, schienen die Rufe nach einer Zugabe aus dem Publikum schier unendlich.
Dann kehrte er zu einem atemberaubenden Finale der Superlative zurück. Der letze Song wurde nicht nur gerockt sondern auch von einem finalen Feuerwerk untermalt, das den Fans in den ersten Rheihen im wahrsten Sinne des Wortes einheizte.
Lenny Kravitz bot eine einzigartige Show und hinterließ den Eindruck eines Entertainers, der sein Handwerk versteht und mit Leib und Seele Musiker ist. Er bedankte sich beim Publikum, dass seine Fans auch in Zeiten der Krise Kosten und Wege auf sich genommen haben und verabschiedete sich mit den Worten, dass er noch nie in Jüchen gewesen sei, aber sicher wiederkommen werde.