Die Songs deckten das breite Spektrum von leicht angebluestem Rock bis hin zu Reggae-Anleihen ab und wurden von Bilderimpressionen und Videoeinspielungen auf der Riesenleinwand hinter der Band untermalt. Und der Funke sprang über auf das generationsübergreifende Publikum, auch weil sich der charismatische und gut (-herzig) aufgelegte Frontman erneut als unterhaltsamer Conferencier zeigte. Auch seine obligatorische Bob Dylansche Soloeinlage zur Halbzeit des Gigs verfehlte seine Wirkung nicht. Doch besonders Anne Dewolfs harmonisch in den BAP-Sound eingeflochtene und betörende Geigeneinlagen ab Lied fünf holten das Publikum endgültig emotional ab.
So herrschten bald im KöPa fast Kölner Verhältnisse. Wer um das rege Szeneleben der Domstadt weiß, der erkennt das große Kompliment an die Band, ihre Fans und den Veranstaltungsort. Erstaunlich auch, wie zwei Jungs, noch keine 20 Lenze alt, jeden der übrigens live kongenial umgesetzten Song aus dem neuen Album hingerissen mitrockten. Und damit die Zeitlosigkeit der geradlinigen Domstädter Truppe wieder mal belegten. Die aber am Ende ihrer soliden und fast dreistündigen Bühnenshow auch nicht mit Klassikern wie "Verdammt lang her" geizten, bei denen so mancher Nostalgiker im Publikum das ein oder andere Tränchen verdrückte.
Mit "Radio Pandora" stellt die Band um Wolfgang Niedecken auch live ihre ungebrochene Vitalität und Spielfreude scheinbar mühelos ja leichtfüßig unter Beweis. Die diesmal nahezu optimalen schall- wie lichttechnischen Rahmenbedingungen in der KöPa-Halle (warmer, satter Sound) rundeten ein beeindruckendes Konzerterlebnis gelungen ab.
Als sozial engagierter Zeitgenosse wies Niedecken während des Auftritts auf das in Uganda wirkende und von ihm unterstützte Hilfsprojekt REBOUND hin , dass zahlreichen Kriegswaisen eine lebenswerte Zukunft ermöglichen möchte.