Getreu dem Motto "Wir wollen nichts besser machen, nur anders" veranstaltete der AStA der FH Niederrhein letztes Wochenende das 1. Horst-Festival auf dem Platz der Republik, das, wie gerne betont wurde, nicht etwa eine Neuauflage des City Movements, sondern ein neues, eigenständiges Festival sein sollte.
Stand das Festival schon im Vorfeld unter keinem guten Stern (mangelnde Sponsoren, keinerlei Unterstützung der Stadt), so wurde das Festival selbst fast zu einer unfreiwilligen Parodie auf "richtige" Festivals a là Rheinkultur oder Rock am Ring. Die Stadt, die sich bis zuletzt schwer darin getan hatte, überhaupt einen Platz für dieses Event freizugeben und offenbar keinerlei Interesse für die Förderung derartiger Kulturveranstaltungen zeigt, überzog die Veranstalter u. a. mit der kaum nachvollziehbaren Auflage, das Festivalgelände großräumig einzuzäunen, sodass sich den geneigten Besuchern aus Richtung Hauptbahnhof kommend zunächst einmal der Blick eines an Hässlichkeit kaum zu überbietendem grünen Zaun bot.
Das Ergebnis war ein Areal, das für ca. 3.500 der erwarteten 10.000 Besucher (wer auch immer die erwartet haben mag) zugelassen war. Resultierend aus dieser Maßnahme ergab sich fast selbstverständlich die Folge, dass Vierbeiner auf dem Gelände nicht erwünscht waren, was bei dem einen oder anderen Hundebesitzer vor Ort für reichlich Verdruss sorgen sollte. Ebenso selbstverständlich auch die Tatsache, dass selbst mitgebrachte Getränke ebenfalls nicht erwünscht waren, mit Ausnahme eines Liters Wasser pro Person, was vom Securitypersonal am Eingang auch konsequent umgesetzt wurde.
Auf dem Gelände dann der nächste Schreck: Die im Vorfeld als 'bewusst niedrig gehalten' angekündigten Getränkepreise entpuppten sich als nur knapp unter Altstadtniveau. Sicherlich muss auch ein Horst irgendwie finanziert werden, aber vielleicht hätte man doch durch niedrige Preise einen höheren Umsatz erzielen können.
Ach ja: Bands gab´s natürlich auch noch, einige davon sogar aus Mönchengladbach. Ergänzt wurde das Line-Up allerdings um zahlreiche überregionale Bands wie Bosse oder Neuser, die mit ihrem Deutschpop durchaus beim zumeist jungen Publikum punkten konnten, aber zugleich eines der selbst gesteckten Ziele des AStA, das Identifikationspotenzial der Stadt zu erhöhen, regelrecht ad absurdum führten.
Alles in allem also noch reichlich Luft nach oben, sollte das Horst-Festival im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden. Wobei dies bei derartigem Desinteresse seitens der Stadt keineswegs selbstverständlich ist.