Würde man nur auf die Worte von Morten Gass, Pianist der Band Bohren und Der Club of Gore, hören, dann würde man wahrscheinlich darauf verzichten, ihr neues Album Dolores anzuhören. Denn laut ihm ist die Platte einfach nur "drei Jahre nach der letzten und mit einem Song mehr versehen!" Ansonsten findet er nichts Neues auf ihr. Mag sein, je nach Perspektive, denn tatsächlich serviert das Quartett nur den von ihnen gewohnten schaurig schönen Doom-Jazz. Der ist aber überwältigend und klingt wesentlich heller, melodiöser als zuvor. Eine langsame, tragische Instrumentalplatte, die perfekt zu einem David-Lynch-Film passen würde und von der Beerdingungsfeier bis zum romantischen Liebesabend viele Lebensmomente mit der richtigen musikalischen Atmosphäre auflädt. Bohren klingen eben wie Bohren, und würden sie das nicht tun, wären sie nicht Bohren, die mysteriöse Band aus dem Ruhrgebiet, die sich zuweilen mit einer Platte zurückmeldet, die fast so klingt wie die letzte und trotzdem einzigartig ist.