Der ehemalige Düsseldorfer Stefan Betke schuf in den späten Neunziger Jahren unter seinem Alias Pole eine Form von minimalistischer Musik, die sich auf die Traditionen des jamaikanischen Dubs berief und zugleich die Innovationen des Techno mit einfließen ließ. Rhythmische, reduzierte Texturen, warm wummernde Basslines und das Knistern des analogen Waldorf 4 Pole-Filters, der dem Projekt seinen Namen gab, waren das Markenzeichen seiner einmaligen Experimente. Die erscheinen nun versammelt auf einer Doppel-CD neu, denn niemals zuvor wurden Wohlklang und Avantgarde so empfänglich minimal miteinander verquickt. Pop war dabei stets eine Referenzgröße, und selbst Menschen, die nichts bei herkömmlichem Dub und Techno empfinden, erlagen der magnetischen Anziehungskraft der Pole-Tracks. Hört man die Musik heute erneut, fällt einem zudem auf, dass sie Dubstep schon damals rudimentär vorweg nahmen. Eine Blaupause elektronischer Musik, nicht nur für eingeschworene Fans.
- Mile