Sie pfeift auf stilistische Grenzen und singt, als sei Cindy Lauper ihre Mama: Die New Yorkerin Santi White alias Santogold gilt zu Recht als die neue Underground-Pophoffnung der USA. Nicht zuletzt weil sie auf den üblichen musikalischen Standardanstrich, mit dem die amerikanische Kulturindustrie die Welt dank massiver wirtschaftlicher Verflechtung beherrscht, verzichtet. Die Beats ihres Debütalbums stammen weitestgehend vom Undergroundproduzenten Diplo, sind ungemein frisch und verbinden moderne Elektronik mit Rock, Pop und auch mal Dub. Über allem singt Santogold mit einer feinen Portion Rotz in der Stimme melodisch, einprägsam und eigen. Vor allem in Punkto Refrains wirkt sie unwiderstehlich, die sind in ruhigen Songs ebenso überwältigend wie in ihren tanzbaren Liedern. Ein großer Wurf von einer US-Künstlerin, von der man endlich mal wieder zu Recht behaupten kann, sie verfüge über eine wirklich authentische Sprache.