"Jason Pierce auf der Suche nach Authentizität" könnte die Überschrift für einen längeren Artikel zum neuen Spiritualized-Album heißen. Denn der Brite, der in den Achtzigern mit seiner Band Spacemen 3 den Grundstein für modernen Brit-Pop legte, hat alles rau produziert und seine Stimme bestimmt mit tragischem Timbre die Atmosphäre seiner neuen Songs. Auch die Texte sind mal wieder unwiderstehlich todtraurig und sehnsüchtig. Natürlich dürfen bei Spiritualized verführerische Chöre und feinfühlige Streicher nicht fehlen, dennoch klingt vieles eher ungeschliffen und schwingt zwischen Velvet Underground und den akustischen Songs von Blur hin und her. Sechs Songs sind sogar rein instrumental, stammen aus seiner Arbeit als Filmmusikkomponist für den US-Underground-Regisseur Harmony Korine und belegen, dass Pierce auch ganz ohne Gesang unvergleichliche Songs zu komponieren weiß.