Kurt Weill und Bertold Brecht haben sehr oft zusammen gearbeitet. Da kommt man nicht auf die Idee, dass Kurt Weill ein Konzert für Violine und Blasorchester oder zwei Sinfonien komponiert hat, die ihn als sehr ernst zu nehmenden Komponisten ausweisen. Im Jahre 1973 wurde letztmalig bei den Festspielen in Salzburg eine der Sinfonien aufgeführt– mit Wolfgang Sawallisch und dem London Symphony Orchestra. Nun gibt es eine feine CD, auf der Elisabeth Magnus (Mezzosopran) zusammen mit Jacob Bogart (Klavier) Chansons von Kurt Weill auf dem Blüther Flügel aus Weills Geburtsjahr/1900! eingespielt hat. Weills Chansons hatten sehr oft literarische Vorlagen zeitgenössischer Literaten. Das war nicht nur Brecht. Elisabeth von Magnus - wurde an der Klasse für Liedinterpretation bei Paul Schilhawsky an der Universität Mozarteum ausgebildet - hat sich dieses Repertoires angenommen und eine bemerkenswerte CD produziert. Mich hat nicht nur das für Lotte Lenya getextete Nannas Lied überzeugt, auch das von Erich Kästner für Marlene Dietrich geschriebene Lied Abschiedsbrief ist, neben vielen anderen großartigen Liedern, große Chansonkunst!