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Sie reagiert darauf, indem sie ihnen möglichst aus dem Weg geht oder sich "unauffällig" verhält. Das führt insbesondere nachts zu Problemen, wenn die drei Elefantenkühe nebeneinander im Großtierhaus stehen müssen.
Bei den jüngsten Vorfällen hatte sich die ranghöchste Kuh Rhena durch geschicktes Arbeiten am Verschluss ihrer Kette nachts am Vorderfuß selbst losgekettet. Das verschaffte ihr die Bewegungsfreiheit, sich auch hinter Yheetoo bewegen zu können. Yheetoo wurde zwar wohl nicht attackiert, konnte dieser Stresssituation aber nur ausweichen, indem sie sich selbst von ihren Ketten losriss und in den Graben floh. Dabei hat sie sich beim Überstreifen der Fußketten mehrere Zehennägel ausgerissen. Einmal gelang es ihr lediglich, sich hinten zu befreien, den Vorderfuß musste sie noch angekettet in der Luft hängend halten. Zum Glück hat sie sich dabei nicht den Fuß abgerissen.
"Vor lauter Furcht gegenüber den anderen Kühen könnte sich Yheetoo mit ähnlichen Reaktionen jederzeit wieder selbst schwer verletzen oder in Lebensgefahr Gefahr bringen", befürchtet Zootierarzt Dr. Martin Straube. Deshalb hat sich der Zoo kurzfristig mit dem Erhaltungszuchtprogramm für Elefanten sowie mit den Kollegen aus dem Zoo Belfast verständigt. Belfast hätte Platz für die Elefantenkuh, die dort eine sehr ähnliche Haltung ohne Ketten vorfände. Die nordirischen Zooleute werden sich Yheetoo schon in der kommenden Woche vor Ort ansehen.
Wenn alles klappt, wird der Umzug der Dickhäuterin dann zügig vonstatten gehen. Nachdem der Aufsichtsrat des Zoo Krefeld mit seinem Beschluss die Weichen für die Elefantenhaltung und den nötigen Umbau der veralteten Anlage so gestellt hatte, dass die modernen Bestimmungen für Elefantenhaltung eingehalten werden und für vier Elefantenkühe ausreichend Platz vorgesehen ist, waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass alle drei derzeit im Zoo lebenden Elefantendamen Mumptas Mahal, Rhena und Yheetoo auf Dauer in der Seidenstadt bleiben dürften und nach Fertigstellung der Anlage, die für 2010 geplant ist, noch eine Artgenossin dazu bekommen sollten.
Die Umbauphase lässt sich natürlich mit nur zwei Elefanten noch leichter bewältigen und vielleicht kann sich Yheetoo inzwischen in Belfast mit einer anderen Elefantenkuh anfreunden, die ihr Selbstbewusstsein stärkt und mit deren Unterstützung sie später in den Krefelder Zoo zurückkehren könnte. Die beiden in Krefeld verbleibenden Elefantenkühe sollen dann baldmöglichst in Boxen gehalten werden, so dass das nächtliche Anketten der gewichtigen Tiere dann endlich der Vergangenheit angehören wird.
Nach dem Umbau wird dann jede Kuh im Elefantenhaus eine eigene Box erhalten, in der sie die Nächte verbringen kann, ein Anketten ist somit nicht mehr erforderlich. Nicht nur im Großtierhaus sollen die Elefanten künftig mehr Platz bekommen. Auch das Außengehege soll von den jetzt vorhandenen 1 200 Quadratmetern auf mindestens 2 000 Quadratmeter erweitert werden. Dazu werden der Platz hinter dem Elefantenhaus und der angrenzende Weg zwischen Afrikawiese und Elefantengehege mit einbezogen. Die Kosten für den Umbau der Elefantenanlage hatte der Aufsichtsrat auf bis zu zwei Millionen Euro beziffert.
- pm / Stadt KR
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