Caerdydd, wie die Stadt auf Walisisch heißt, zählt heute rund 315.000 Einwohner und konnte sich seinen ursprünglichen Charme bewahren. Die "City of Parks" mit ihren vielen Anlagen und Grünflächen begeistert durch eine einzigartige architektonische Mischung - Prunkstücke neoklassizistischer Baukunst gepaart mit modernster Architektur. Die Universitätsstadt ist eine Metropole der kurzen Wege. Alles liegt nur einen Katzensprung voneinander entfernt und lässt sich ideal zu Fuß erkunden. Im Civic Centre steht das sehenswerte "National Museum & Gallery" – eine unter britischen Museen einmalige Sammlung von Kunst und wissenschaftlichen Exponaten. Unweit davon steht das monumentale Cardiff Castle – Römerlager, normannische Festung und viktorianisches Märchenschloss in einem. Aus viktorianischer Zeit stammen auch die vielen schönen Arkaden im Stadtzentrum, wie die Castle Arcade, die Morgan-, High Street- oder Royal Arcade - die Älteste aus dem Jahre 1856. Insgesamt gibt es elf historische und moderne Arkaden sowie mehrere Shoppingzentren. Von der Empore der 1891 erbauten Markthalle hat man einen zauberhaften Blick auf die bunten Stände in der lichten Halle aus Gusseisen und Glas mit ihren reich verzierten Eisenträgern.
Mitten im Stadtzentrum steht Cardiffs ganzer Stolz - das Millennium Stadium. Das ultramoderne, 1999 für 114 Millionen Pfund Sterling erbaute Stadion bietet 72.500 Zuschauern Sitzplätze und kann bei Regen automatisch das Dach schließen. Hier finden nicht nur die Spiele der Welsh Rugby Union statt (Wales wurde 2005 erstmals wieder seit 1978 "Grand Slam"-Gewinner der weltweit sechs besten Rugby-Nationen), sondern auch (während des Neubaus des Wembley Stadiums) die "FA-Cup Finals" des Britischen Fußballverbandes sowie viele internationale Konzerte und Veranstaltungen. Die deutsche Fußballnationalmannschaft wird zur Europameisterschaftsqualifikation wieder in Cardiff antreten müssen. Das letzte Spiel im Millennium Stadium verloren die Deutschen mit 0:1.
Gleich neben dem Millennium Stadium ist das Epizentrum des walisischen Nachtlebens. In der St. Mary Street reiht sich ein Pub neben den nächsten Club, an das nächste Restaurant und eine Brauerei. Nachdem die Sperrstunde für Pubs in Großbritannien gefallen ist, ist hier, vor allem an den Wochenenden, bis in den frühen Morgen der Teufel los und Party angesagt. Und wenn die Waliser eins können, dann ist es feiern.
Gegenüber vom Stadion liegt die Cardiff Bay. Der ehemalige Umschlagplatz für Kohle und Stahl war bis in die 70er des 20. Jahrhundert als "Tiger Bay" verrufen. Hier wurde unter anderem die Sängerin Shirley Bassey geboren, die mit den Titelsongs der Bond-Filme "Goldfinger" und "Diamonds are Forever" weltberühmt wurde. In den vergangenen Jahren mauserte sich die Waterfront zu einem modernen Stadtteil aus Glas und Stahl mit Hotels, Geschäften, Restaurants und Bars. Hier steht auch die hübsche kleine, weiße "Norwegian Church", in der der in Cardiff geborene Autor Roald Dahl ("Charlie und die Schokoladenfabrik"; "Küsschen, Küsschen") getauft wurde.
Das erstmals 1999 gewählte Parlament von Wales, die Welsh Assembly, hat hier in der Bay seinen neuen, hypermodernen Plenarsaal bekommen, der im Februar von Queen Elisabeth II. eröffnet wurde. Direkt gegenüber befindet sich das durch seine spektakuläre Architektur auffällige Wales Millennium Centre. Dieses neue Kulturzentrum beherbergt ein Opernhaus, mehrere Theatersäle, die Nationalbibliothek, eine Jugendherberge, ein therapeutisches Zentrum und viele weitere kulturelle und gastronomische Einrichtungen.
Cardiff ist eine Metropole zwischen Tradition und Moderne, die den Schritt ins 21. Jahrhundert bewusst vollzogen hat. Man kann mit der KLM über Amsterdam direkt nach Cardiff fliegen. Es gibt aber auch günstige Flüge mit British Airways oder easyjet nach Bristol. Von dort kann man die 78 Kilometer nach Cardiff mit dem Bus, dem Zug oder einem Mietwagen zurücklegen. Ein Besuch lohnt immer in dieser quirligen jungen Stadt, die jede Menge Kultur, Geschichte und unheimlich viel Abwechslung zu bieten hat.