Offizielles
Großbildleinwände gibt es viele – doch die größte von allen wird am Brandenburger Tor aufgebaut. Platz und gute Sicht für bis zu 750.000 Zuschauer versprechen die Organisatoren – wobei keinesfalls sicher ist, dass die auch kommen. Gleich nebenan hat Adidas vor dem Reichstag eine Arena für 10.000 Fans errichtet, und ebenfalls zu Fuß zu erreichen ist die Straße des 17. Juni, die sich zur WM in die offizielle Fanmeile wandeln soll.
Fußball für Freunde des ganz großen Gemeinschaftsereignisses gibt es teilweise auch in der Waldbühne am Olympiastadion sowie am Potsdamer Platz, wo das ZDF die Bespaßung der Schlachtenbummler übernimmt. Nicht klar ist dagegen, ob auch an der Gedächtniskirche eine Leinwand stehen wird, dem offiziell-inoffiziellen Fan-Treffpunkt in der Nacht vor dem Pokalfinale – hier fordert die Polizei so hohe Sicherheitsstandards, dass die Veranstalter erst einmal einen Rückzieher gemacht haben. Aber die Verhandlungen laufen noch.
Geheimtipp für alle, denen es neben Fußball auch um das eine Tänzchen am späteren Abend geht: Der Treptower Park. Hier wird nicht nur übertragen, parallel wurde ein hochkarätiges Band- und DJ-Programm zusammengebucht. Unter anderem gehen Patrice, Mia, Jovanotti und die Brazilectro-DJs an den Start. Und sollte der Sommer doch noch kommen, ist der Park ideal für gepflegtes Abhängen mit Blick auf die Spree.
Clubs / Kneipen
Klar, es dürfte nur wenige Wirte geben, die sich zur WM keinen Beamer gekauft haben. Aber Berlin hat eine ganze Reihe von Läden, in denen das Fußballgucken Tradition hat. Angefangen mit dem "Magnet Mitte" (Veteranenstraße 26), Vereinsheim des gleichnamigen Medienschaffenden-Clubs und Mutter des Szene-Fußballs in der Stadt. Wer hier gucken will, muss allerdings früh da sein und damit leben, dass die besten Plätze für Freunde des Hauses freigehalten werden – also so ziemlich alle.
Netter ist es ein paar Meter weiter in "Schuppes Sportsbar" (Torstraße 151, Mitte). Früh da sein muss man auch hier – aber dafür ist alles deutlich weniger überkandidelt, die Getränkeversorgung ist selbst bei brechend vollem Laden ein Gedicht und auf dem Klo erfreuen die auf unzähligen Auswärtsfahrten zusammengeklauten Zuganzeige-Schilder.
Wer Lust auf ein paar dusselige Live-Kommentare zum Spiel als Alternative zu Beckmann, Kerner und den anderen Labertaschen hat, der sollte sich das WM-Studio-Mitte ansehen. Hier gibt es Fußball mit mehr oder weniger witzigen Pointen zum Spiel – seine Homebase zur WM hat das Kommentatorenteam aber noch nicht bekannt gegeben. Infos demnächst auf www.wmstudiomitte.de.
Im Prenzlauer Berg hat die einstmals illegale Kohlenquelle extra die Freifläche nebenan zugemietet (Kopenhagener Straße 16), während im Hof der Kulturbrauerei (Sredzkistraße) die übliche Großbildleinwand aufgebaut wird – garniert mit Musik aus den umliegenden Clubs. In Kreuzberg schließlich führt kein Weg an der Wiener Straße vorbei. Praktisch alles, was hier Türen hat, zeigt die Spiele, die Herr-Lehmann-Atmosphäre gibt es dazu gratis. Ganz in der Nähe haben auch die "Elf Freunde"-Macher ihre Homebase zur WM eingerichtet – im Lido am Schlesischen Tor (Cuvrystraße 7) gibt es außerdem fußballerische Podiums-Diskussionen und britisch-gitarriges von den Machern des Karrera Clubs.
Kultur
Vor allem zwei Ausstellungen liefern dem Berlin-Besucher zur WM den fußball-kulturellen Unterbau: Das Deutsche Historische Museum zeigt Fotos, Tondokumente und andere Devotionalien aus 76 Jahren Fußball-WM (Hinter dem Gießhaus 3, Mitte). Am Potsdamer Platz zeigt das Filmmuseum Berlin Fernsehdokumente zum runden Leder – unter anderem das legendäre Experiment, bei dem George Best 90 Minuten lang während eines Spiels nicht aus dem Kamera-Auge gelassen wurde, aber auch Tragisches, wie die originalen Bilder der Katastrophe aus dem Brüsseler Heysel-Stadion.