Vermeiden Sie grundsätzlich die Hauptsaison. Die Infrastruktur der kleinen Gassen, der einzigen Küstenstrasse wie auch der Fährbetriebe sind den Touri-Massen einfach nicht gewachsen. Restaurants und Freizeitmöglichkeiten sind dann hoffnungslos überlaufen. Im Frühjahr jedoch entfaltet sich die unglaubliche Blütenpracht am See, und im Herbst genießt man die absolute Ruhe der landschaftlichen Kulisse mit seinen erstaunlichen Naturschauspielen zwischen Morgendunst und malerischen Sonnenuntergängen.
Und die Italiener sind froh dem ein oder anderen noch eine Pizza verkaufen zu können. Aber es gilt: geben Sie sich ein wenig Mühe, nicht im platten NRW-Släng mit "Juten Tach" in die Lieblingstrattoria zu platzen. Selbst ein gebrochenes "Buon giorno" wirkt Wunder. Was die weitere Verständigung betrifft, braucht man keine Sorge zu haben: in italienischen Schulen wird meist Deutsch als erste Fremdsprache unterrichtet.
Auf der Reise sollte schon eine komplette Runde um den See drin sein um zumindest Gargnano, Limone, Riva del Garda, Malcesine, Desenzano und Sirmione gesehen zu haben. Kuschelige Häfen, verträumte Gassen und Baudenkmäler wie z.B. das Castello Scaligero in Malcesine faszinieren. 70 Meter über dem See gelegen, belohnt nach dem Treppenaufstieg in den fünfeckigen Turm eine grandiose Aussicht über die Dächer der Stadt und über den See.
Ein Abstecher in die Hochebene Tremosine auf ungefähr 400 Metern eröffnet ein paradiesisches Wandergebiet zwischen Olivengärten, Weinhainen und Steineichenwäldern. Motorwassersportler kommen im Süden auf ihre Kosten. Ohne Führerschein geht’s mit bis zu 60 km/h ab Limone oder Sirmione über den See. Boote können geliehen werden. Für ungeübte ein gewagtes Abenteuer, macht aber mächtig Spaß.
Der Norden gehört ausschließlich den Seglern und Surfern, Abgase sind hier verboten. Riva del Garda bietet aus diesem Grund eine seltsame Mischung aus Kurschatten und Robbie Nash. Klar, dass am Lago auch das Nachtleben blüht. Angesagt ist nach wie vor das Sesto Senso in Dezenzano. Clubs und Discotheken schließen meist morgens um drei oder vier Uhr. Prinzipiell sollten sich Nachtschwärmer auf größere Orte wir Riva, Torri und Salò konzentrieren oder einen Abstecher nach Mailand riskieren.
Autoreisenden (ca. 11 Stunden Fahrt) sei gesagt: unbedingt in der Schweiz volltanken, hier gibt’s Super bleifrei für ca. 1,18 EUR. Dieselfahrer werden sich wundern, denn ihr Treibstoff schlägt mit dem gleichen Preis wie Super Plus zu Buche. Alternativ geht’s entspannt, aber sehr teuer mit dem Autozug nach Verona. Ein Flug nach Milano ist schnell und günstig. Drei komplizierte Zugstunden bis zum See kommen hinzu.