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stadtmagazin: Borussia ist seit fünf Spielen ungeschlagen, das gab es zuletzt vor vier Jahren. Wie viel Zutrauen kann man in die aktuelle Leistungsstärke der Mannschaft haben?
Rainer Bonhof: Die Mannschaft hat sich zuletzt mit ihren guten Leistungen von Spiel zu Spiel stabilisiert. Die Ergebnisse, die wir in den letzten Spielen gemacht haben, sind kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis guter Arbeit. Und ich wünsche mir, dass wir diese Leistung auch in den letzten drei Spielen vor der Winterpause abrufen und unsere Serie noch ein bisschen verlängern.
stadtmagazin: Borussia ist jetzt Tabellenelfter, mit sechs Punkten Vorsprung auf Platz 16 und sechs Punkten Rückstand auf Platz 5 – also mittendrin im Mittelfeld. Dort wollten wir hin, oder?
Bonhof: Das ist zumindest das, was wir uns vor der Saison vorgenommen haben. Wir haben gesagt, dass wir in diesem Jahr mal in Ruhe Weihnachten feiern wollen und da sind wir auf einem guten Weg.
stadtmagazin: Als Borussia nach neun Spielen erst sieben Punkte auf dem Konto und fünfmal hintereinander verloren hatte, haben Sie angekündigt, dass die Mannschaft sich bis Weihnachten aus der Abstiegszone lösen wird. Danach sieht es jetzt aus, sind Sie ein Hellseher?
Bonhof: Ich habe gesehen, was abgelaufen ist. Im Training, aber auch in den Spielen. Und ich wusste: Die Bälle, die jetzt noch gegen den Pfosten oder knapp vorbei gehen, werden irgendwann im Netz landen.
stadtmagazin: In den Medien bekommen nach dem 1:0 gegen Schalke Dante und Marco Reus das größte Lob. Beide werden sogar mit Berufungen in ihre jeweilige Nationalmannschaft in Verbindung gebracht. Wie realistisch ist das?
Bonhof: Beide sind auf einem guten Weg, sich bei uns so einzubringen, wie wir uns das von ihnen erhofft haben. Dante ist ja schon seit Januar bei uns, war erst lange verletzt, und beginnt jetzt, sein enormes Potenzial abzurufen. Marco ist stabiler geworden, so muss er weitermachen. Was eine Einladung zur Nationalmannschaft angeht, kann ich nur folgendes sagen: Wenn sie hier bei uns gut Fußball spielen, kommt alles andere von selbst. Die Basis für alles sind die Spiele für Borussia.
stadtmagazin: In den Interviews nach dem Spiel haben die Spieler betont, dass es ihnen sehr wichtig war, nach zuletzt drei Heimspielen ohne Tor nun mal wieder vor eigenem Publikum getroffen und gewonnen zu haben. Die Unterstützung durch die Fans ist auch in dieser Saison klasse, gegen Schalke war der Borussia-Park zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauft. Mit einem Zuschauerschnitt von 48.425 belegt Borussia Platz fünf in der Zuschauertabelle, davor liegen nur noch Clubs mit größeren Stadien. Wie wichtig ist der Rückhalt der Anhänger?
Bonhof: Wir wissen um die Treue unserer Fans, die ja in den letzten Jahren nicht unbedingt verwöhnt worden sind. Deshalb freue ich mich, dass die Mannschaft ihnen jetzt etwas zurückgeben kann. Wir brauchen unser Publikum. Ich denke da schon an das nächste Heimspiel gegen Hannover, das sehr schwer werden wird und in dem wir jeden Rückhalt brauchen.
stadtmagazin: Sie sind seit Sonntag in Südafrika, wo am Freitag die Auslosung für die WM 2010 vorgenommen wird. Sind Sie in offizieller Mission für den DFB unterwegs?
Bonhof: Ich bin als Botschafter für das Projekt "Wir helfen Afrika" in Südafrika und verbinde das mit der WM-Auslosung am Freitag. Da lässt sich der eine oder andere sinnvolle Kontakt knüpfen bzw. pflegen, der uns für Borussia hilfreich ist.
stadtmagazin: Das bedeutet aber auch, dass Sie nicht in München dabei sein können. Seit sie im Präsidium dabei sind, haben sie jedes Spiel gesehen, auch auswärts. Als Spieler sind sie mit Borussia sechs Mal bei den Bayern angetreten, haben vier Mal verloren und zwei Mal Unentschieden gespielt. Wären sie sehr unglücklich, wenn sie jetzt ausgerechnet den Auswärtssieg in München verpassten?
Bonhof: Das muss ich wohl in Kauf nehmen (lacht). Es macht Sinn, dass ich in Südafrika bin, aber natürlich werde ich das Spiel in München irgendwie verfolgen. Ich habe mich im Hotel schon darum gekümmert, dass ich deutsches Fernsehen empfangen kann, also zumindest am Videotext mitfiebern kann.
- pm / borussia.de
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