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Borussia ist nach der 1:2-Niederlage beim FC Bayern in der Tabelle Elfter geblieben, vier Punkte hinter Frankfurt auf Platz zehn, einen Punkt vor Hannover und Freiburg auf den Plätzen 12 und 13. Im Moment sieht es so aus, als würden wir nach der Hinrunde auf Platz 11, 12 oder 13 landen. Zwei Spiele stehen noch aus, gilt es da, den elften Platz zu verteidigen?
Max Eberl: Ja, so sehe ich das. Wir sind nach den guten Ergebnissen der letzten Wochen in einer ordentlichen Situation und stehen in der Tabelle da, wo wir hinwollten. Jetzt wollen wir Hannover und Freiburg auf Distanz halten und in den beiden Spielen gegen Hannover und in Leverkusen vielleicht noch ein wenig Fett anfressen. Denn es kommt in der Rückrunde bestimmt auch noch einmal eine Phase, in der es nicht so gut läuft. Deshalb zählt jeder Punkt, den wir noch holen können.
Michael Frontzeck hat schon in München gesagt, dass das Spiel gegen Hannover "das schwierigste der Hinrunde" werde. Wie hat er das gemeint?
Eberl: Wir haben am Freitag beim FC Bayern ein super Spiel gemacht, leider verloren, aber von allen Seiten Komplimente bekommen. Nach so einem Spiel ist es immer kompliziert, wenn man eine Woche später auf ein Team trifft, das "auf Augenhöhe" ist. Da erwartet jeder einen Sieg und es besteht die Gefahr, dass auch die Spieler meinen, das liefe von alleine, weil man ja in München so toll gespielt hat. Das ist aber ein Trugschluss. Nein, es wird kompliziert, wir müssen mit klarem Kopf an die Sache rangehen und Geduld haben.
Einer, der in München wieder positiv aufgefallen ist, ist Roel Brouwers. Als Verteidiger ist er aktuell mit vier Treffern Borussias bester Torschütze. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, wird er verlängert?
Eberl: Ja, das wollen wir. Wir sind mit ihm im Gespräch und haben ihm ein Angebot vorgelegt. Wir möchten gerne mit Roel weitermachen und denken, dass auch er sich mit seiner Rolle bei Borussia wohl fühlt.
Gestern hat es in der Bundesliga wieder einen Trainerwechsel gegeben. Der VfB Stuttgart hat sich von Markus Babbel getrennt. Was sagst du dazu?
Eberl: In den Medien hat sich das in den letzten Wochen ja schon angedeutet, obwohl ich nicht den Eindruck hatte, dass die Mannschaft des VfB auseinander fällt. Beim 0:0 hier in Gladbach haben sie auch gut gespielt. Aus meiner Sicht haben den Stuttgartern nur die Ergebnisse gefehlt. Für Markus Babbel finde ich es sehr schade, denn er hat für meine Begriffe dort gute Arbeit gemacht.
Markus Babbel hat den VfB-Fans schwere Vorwürfe für ihr Verhalten vor und nach dem Spiel gemacht. Hast du dafür Verständnis?
Eberl: Ja, ich finde, er hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Vor drei Wochen, nach dem Tod von Robert Enke, gab es das große Wehklagen über den Umgang miteinander im Fußball. Jetzt ist das alles offenbar schon vergessen und es gibt Leute, die sich das Recht herausnehmen, Spieler auf übelste Weise zu bedrohen, falls sie ein Spiel verlieren. Diese Leute schaden ihrer Mannschaft und ihrem Verein – und das unter dem Deckmäntelchen, dass sie Fans seien. Für mich sind das keine Fans.
Der neue VfB-Trainer heißt Christian Gross, ein Mann, der auch bei Borussia schon öfter im Gespräch war. Kennst du ihn?
Eberl: Mit ihm haben wir uns auch beschäftigt, damals war er noch Trainer in Basel. Er ist ein interessanter Trainer mit klaren Vorstellungen, der konsequent seinen Weg geht. In der Schweiz war er sehr erfolgreich, in Tottenham weniger. Ich bin gespannt, wie es in Stuttgart mit ihm läuft. Ich glaube, dass der VfB auch mit Babbel die Kurve gekriegt hätte, denn die Mannschaft hat Qualität und der Klub ist gut aufgestellt.
Am Wochenende ist mal wieder viel über die Schiedsrichter-Leistungen diskutiert worden, auch nach unserem Spiel in München. Ist es ein Trend, dass es jede Woche mehr strittige Entscheidungen gibt?
Eberl: Ach, über die Schiedsrichter ist doch vor 50 Jahren schon diskutiert worden, das gehört doch irgendwie zum Fußball dazu. Ich fände es gut, wenn die Schiedsrichter etwas mehr Spielraum bei der Auslegung des Regelwerks hätten. Ich habe den Eindruck, dass sie sich zu strikt an die Regeln halten, weil sie wissen, dass sie genau unter Beobachtung stehen, das macht es ihnen schwer. Für Fingerspitzengefühl und ein bisschen mehr Gespür für den Spielverlauf ist da kaum noch Platz. Komischerweise pfeifen die deutschen Schiedsrichter international besser als in der Bundesliga.
Zum Schluss noch ein Wort zur WM-Auslosung …
Eberl: Es ist witzig, dass Karim Matmour in einer Gruppe mit Michael Bradley spielt. Da werden wir im nächsten halben Jahr sicher noch öfter drüber sprechen. Die deutsche Gruppe halte ich nicht für so leicht, wie es jetzt viele sagen. Ghana hat bei der WM 2006 einen sehr starken Eindruck gemacht und sie haben mit Essien einen absoluten Weltklassespieler. Serbien ist unangenehm, Mannschaften vom Balkan sind immer schwer einzuschätzen und da haben wir zum Beispiel mit Kroatien ja auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Australien ist der Underdog, aber ebenfalls nicht zu unterschätzen.
- pm / borussia.de
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