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Max, fünf Tore für uns in einem Heimspiel im Borussia-Park hat es noch nicht gegeben. Vor ein paar Wochen war noch die Sturmflaute daheim ein Thema in der Presse, ist das Spiel nun ein Indiz für die starke Offensivarbeit?
Max Eberl: Ich habe in den letzten Tagen oft nur etwas von den drei Eigentoren gehört, was natürlich sehr kurios und deswegen ganz gewiss erwähnenswert ist. Die Eigentore werden auch im Gedächtnis bleiben, aber dennoch dient dieses Spiel gut als Beispiel für unsere offensive Spielweise. Wir haben von Beginn an Druck aufgebaut und sind immer wieder gefährlich vor das 96-Tor gekommen. Hätten wir alle unsere Tormöglichkeiten genutzt – nur die wirklich guten – dann hätten wir auch ohne ein einziges Eigentor fünf Tore geschossen. Die vielen Tore und vor allem unsere fünf sind natürlich für die Zuschauer prima. Aber wir haben schon häufiger in dieser Saison nach vorne richtig gut gespielt, auch wenn wir nicht so viele Tore erzielt haben.
Aber was sagt uns dieses 5:3 über die Qualität der gesamten Mannschaft, die Abwehr schien nicht ganz so dicht wie sonst?
Eberl: Ich bin der gleichen Meinung wie Michael Frontzeck. Die Schlussminuten, in denen wir auch hektisch waren und Fehler gemacht haben, sagen nichts über die Qualität der Mannschaft aus. Unsere Hintermannschaft hat bislang in dieser Saison einen starken Eindruck hinterlassen, ein einziges Spiel, in dem sie nicht so gut steht, ändert diesen Eindruck nicht. Zumal Defensivarbeit weit vorne auf dem Platz beginnt. Die Qualität stimmt, das haben wir in den letzten Wochen bewiesen, das haben wir aber auch gezeigt, als es rein von den Ergebnissen nicht so gut lief. Wir lassen uns von einem schlechteren Spiel, das wir wohlgemerkt gewonnen haben, nicht beeindrucken. Solche Spiele wird es für jede Mannschaft immer wieder mal geben.
Aus anderen Städten hört man wieder von "Aufständen" der Fans, wie zum Beispiel in Nürnberg. Kannst du so etwas nachvollziehen?
Eberl: Die Fans leiden mit ihrem Club, das ist in Nürnberg nicht anders als hier. Wenn du ein paar Mal hintereinander verlierst, macht sich der Fan Sorgen, das kennen wir doch auch. Die Frage ist aber, wie man seine Sorge mitteilt und zeigt, ich persönlich halte nichts von Sprechchören gegen den Trainer oder Sitzblockaden oder gar Anfeindungen irgendeiner Art. Das hilft niemandem. Ja, ich kann viele Gefühle der Fans nachvollziehen, der Unmut ist legitim, aber die Fans müssen auch respektieren, dass die Verantwortlichen der Clubs 24 Stunden am Tag daran arbeiten, dass auf dem Platz gute Ergebnisse erzielt werden. Der Fußball allgemein muss vorsichtig sein, dass diese Randgruppen, die für die so genannten Aufstände verantwortlich sind, keinen weiteren Zulauf erhalten.
Am anderen Ende – besser gesagt am Anfang – der Tabelle steht Leverkusen, unser nächster Gegner. Schalke und Bayern schielen aber auch noch auf die Herbstmeisterschaft. Dürfen sie hoffen?
Eberl: Schalke und Bayern müssen zunächst erst selber mal gewinnen, aber beide haben zuletzt gegen uns gespielt und sollten wissen, was wir können und was nicht. Ich denke, sie werden hoffen. Wir stehen mit 21 Punkten gut da, aber das heißt ja nicht, dass wir nicht scharf sind auf drei weitere Zähler. Leverkusen muss gewinnen, um sicher in der kurzen Winterpause an der Spitze zu bleiben. Bayer-Trainer Jupp Heynckes kennt den VfL, er wird wissen, dass wir sie ärgern möchten.
Leverkusen hat eine starke Hinrunde gespielt, wir haben zuletzt 0:5 gegen sie verloren. Ist die Chance realistisch, dort etwas zu holen?
Eberl: Warum denn nicht? Das letzte Spiel ging deutlich verloren, daran aber denkt niemand mehr. Wir haben in den zurückliegenden Wochen gute Leistungen gezeigt – auch und gerade gegen die großen Vereine wie den HSV, Schalke und Bayern. Wir spielen nicht nur mit, wir können auch gegen diese Mannschaften etwas holen. Leverkusen ist Favorit, aber wir wollen sie zum wanken bringen.
Ist in Leverkusen Raul Bobadilla wieder an Bord?
Eberl: Die Sache ist abgehakt. Michael Frontzeck hat Raul allein für die Partie gegen Hannover aus disziplinarischen Gründen raus gelassen. Es gibt Regeln, die einzuhalten sind. Wenn sich jemand nicht daran hält und der Erfolg der Mannschaft ist gefährdet, dann muss der Verein eingreifen. Aber das Thema ist jetzt erledigt.
Was dürfen wir in der Rückrunde von Borussia erwarten?
Eberl: Ich hoffe, dass wir uns weiter so konstant präsentieren wie in den letzten Wochen. Wir wollten von Beginn an eine Saison in möglichst ruhigem Fahrwasser hinlegen. Bislang sieht es gut aus, auch eine Niederlage haut uns nicht um und wirft uns in der Tabelle nicht allzu sehr nach hinten. Diese Situation möchten wir beibehalten. Dass wir die Großen schon heute ärgern können, haben wir gezeigt, daran sollte sich in 2010 nichts ändern. Das Wichtigste aber ist, dass die Mannschaft weiter zusammenwächst und sich weiter stabilisiert.
- pm / borussia.de
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