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 Sport
Montag, 30. August 2010 16:33
Heynckes: Borussia hat immer zurückgeschlagen
Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 3 : 6

MÖNCHENGLADBACH In Mönchengladbach reiben wir uns immer noch die Augen. Tagtraum oder wirklich wahr? Borussia überrollt die Nobel-Werkself aus Leverkusen im eigenen Stadion nach allen Regeln der Fußballkunst und versenkt den Ball gleich sechs Mal im Adlerhorst. Nach dem Spiel freuten sich die Einen, während die Anderen ihre Wunden leckten.


Michael Frontzeck, Trainer Borussia Mönchengladbach:
An einen 6:3-Sieg hätten wir nicht einmal in unseren kühnsten Träumen gedacht. Für unsere Verhältnisse haben wir ein nahezu perfektes Auswärtsspiel abgeliefert. Das ein oder andere dumme Gegentor haben wir kassiert, aber gerade nach vorne kann man kaum besser spielen. Die Tore waren keine Zufallsproduktionen sondern sehr schön herausgespielt. Wir hatten sogar noch mehr Chancen - es war also nicht so, dass jeder Schuss ein Treffer war. Borussia musste relativ lange auf diesen Auswärtssieg in Leverkusen warten und heute freuen wir uns alle sehr darüber, aber dennoch bleiben wir realistisch und heben jetzt nicht ab.

Jupp Heynckes, Trainer Bayer Leverkusen:
Gladbach hat heute völlig zurecht gewonnen und ein tolles Spiel abgeliefert. In unserem Spiel war kein Tempo, und wir haben den Borussen zu viele Freiräume gelassen, dafür sind wir bitter bestraft worden. Wir wussten, dass die Gladbacher stark kontern können, und wenn Räume da waren, haben sie sie erstklassig genutzt. Wir haben es nicht verstanden, in der Defensive kompakt zu stehen. Wenn wir ein Tor gemacht haben, kam natürlich ein Fünkchen Hoffnung auf, aber Borussia hat immer wieder postwendend zurückgeschlagen.

Patrick Herrmann, Borussia Mönchengladbach:
Wir haben vor dem Spiel von der langen Negativserie gehört, aber daran haben wir nicht gedacht. Wir wollten das Spiel gewinnen und das haben wir am Ende geschafft. Meine Mannschaftskollegen haben über mein zweites Tor gesagt, es sei ein Tippkick-Schuss gewesen, aber das ist mir ziemlich egal, er war drin und nur das zählt. Trotz des tollen Siegs ändert sich unsere Zielsetzung nicht. Wir wollen eine ähnlich gute Saison spielen wie im letzten Jahr. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Wir schauen einfach, was am Ende dabei herausspringt.

Mo Idrissou, Borussia Mönchengladbach:
Wir haben uns sehr teuer verkauft. Wir wussten haben in Leverkusen nichts zu verlieren und man hat gesehen was möglich ist, wenn jeder für jeden kämpft. Ich freue mich riesig, ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Ich wusste, dass die lange Negativserie in Leverkusen irgendwann reißt, denn Serien sind dazu da, gebrochen zu werden.

Marco Reus, Borussia Mönchengladbach:
Das war so ein Tag, an dem fast alles gelungen ist. Wir haben ein wunderschönes Spiel gesehen und wunderschöne Tore erzielt. In der Halbzeit hat der Trainer gesagt, dass wir weiter dran bleiben und keinen Zentimeter nachlassen sollen. Das haben wir ganz gut gemacht. Bei meinem Tor ist Juan Arango noch links mitgelaufen, dadurch hatte ich Platz. Ich bin einfach durchgelaufen und es ist gut gegangen.

Max Eberl, Sportdirektor Borussia Mönchengladbach:
Wir haben unglaublich kompakt gestanden und haben die Räume sehr eng gemacht, aber gegen einen individuell stark besetzten Gegner muss man das auch. Es waren viele positive Dinge zu sehen, aber die Bäume wachsen auch nach diesem Sieg nicht in den Himmel. Wir bleiben realistisch und konzentrieren uns schon jetzt auf das nächste Spiel gegen Frankfurt. Patrick Herrmann hat gezeigt, was er kann, aber das hat er auch schon letzte Saison getan. In der letzten Woche hatte er gegen Nürnberg auch schon die Gelegenheit zum Tor, aber im Fußball braucht man eben auch eine Portion Glück – und das haben wir uns heute erarbeitet.

Rene Adler, Torwart Bayer Leverkusen:
Wir haben indisponiert gespielt. So kann man nicht auftreten in der Bundesliga, unsere Defensivarbeit war eine einzige Katastrophe. Unser Plan war, hinten erst einmal sicher zu spielen und aus einer kompakten Defensive zu agieren. Das haben wir nicht geschafft. Ein 0:1 kann man immer mal bekommen, da darf man nicht zusammen brechen und sofort alles aufmachen. In einem Heimspiel ausgekontert zu werden und sechs Gegentore zu bekommen, das geht gar nicht. Aber lieber einmal hoch verlieren und dann wieder aufstehen als mehrfach mit einem Gegentor Unterschied zu verlieren. Nach dem Spiel in Dortmund, wo uns alle gelobt haben, sind wir jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt.

- pm / borussia.de


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