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Auch die FDP will die Bebauungs-Pläne von Joachim Tenkhoff und Wolfgang Theisen, worüber wir in der Januar-Ausgabe berichteten, unterstützen. Das Rheinische Amt für Denkmalpflege würde das Stadtbad und den Südwallkomplex lieber unter Denkmalschutz stellen.
Laut Tenkhoff sollen Damen- und Herrenbad erhalten bleiben, werden dann jedoch nicht mehr als Schwimmbad nutzbar sein.
Zur Erinnerung: Joachim Tenkhoff aus Berlin und Herr Theissen aus Krefeld, beide Projektentwickler, planen eine dreistöckige Einkaufspassage mit einer zweistöckigen Hochgarage darüber. Es sollen knapp 20.000 qm Einzelhandelsfläche entstehen und 5000 qm Fläche für Gastronomie. Die Hochgarage soll mehreren hundert PKWs Platz bieten, sieben sogenannte Ankermieter sollen bereits feststehen, 78 (!) Geschäfte sind dort geplant.
Für dieses Einkaufszentrum sollen 5 Häuser auf dem Südwall abgerissen werden: Das wären Lackmann (Südwall Ecke Neusser Strasse), das Nachbarhaus (als Einfamilienhaus vermietet, im Erdgeschoss ist ein Frisör), die beiden ehemaligen In-der-Elst Häuser mit dem spanischen Familienverein und den beiden großen Ladenlokalen und das Josef-Hellenbrock-Haus, der Sitz der SPD auf dem Südwall!
Des Weiteren soll die gesamte (!) westliche Seite der Neusser Strasse abgerissen werden bis zum Sinnhaus, ausgenommen werden soll die alte Fassade des Stadtbades, jedenfalls zur Zeit noch.
Referenzen des Projektplaners gibt es im Internet auf seiner homepage unter tenkhoff, wir empfehlen jedoch auch zusätzliche Lektüre zum "Cologne Tower One"-Projekt unter Cologne-One-Tower/DIE WELT
Kurzform: Star-Architekt Helmut Jahn wollte den Kölner Dom mit 3 Türmen umrahmen. Die Stadt Köln hatte hierfür sogar Zustimmung signalisiert und als erster Investor stand Joachim Tenkhoff auf dem Plan. Das Projekt scheiterte unter anderem, weil die Unesco unter diesen Umständen dem Kölner Dom den Eintrag als Weltkulturerbe entzogen hätte.
Daß es sich im Fall des Stadtbades um eine einzigartige Jugendstilarchitektur handelt, für die es keinen adäquaten Ersatz gibt, belegen die Bilder in dieser Galerie. In Düsseldorf und Köln wurden ähnliche Jugendstilbäder renoviert und wieder in Betrieb genommen. Andernorts wurden solche Bäder auch Investoren übergeben, die daraus stylische und profitable Wellness-Oasen machten. Eine solche Nutzung schließt Tenkhoff jedoch kategorisch aus.
Die ersten Ankermieter für das Kaiserbad-Center stehen angeblich schon fest (das hat man uns vor dem Bau des Behnisch-Hauses auch erzählt, und was war?)
Eine neugegründete Bürgerinitiative setzt sich jetzt für den Erhalt des Stadtbades als Badebetrieb bzw. Wellnessoase ein. Etwas über 7100 Unterschriften werden benötigt, um einen Bürgerentscheid zu diesem Thema auf den Weg zu bringen. Nicht nur die Ratsfraktion der Grünen unterstützt diese Aktion, sondern auch promininente Menschen wie z.B. Anne Poleska und weitere krefelder Schwimm-Olympioniken. Das Formular für die Unterschriftenaktion wird derzeitig noch auf rechtmäßige Korrektheit überprüft und wird in Kürze an zahlreichen Stellen in der Innenstadt für Unterschriften zur Verfügung stehen.
An einer Homepage zum Thema wird zur Zeit noch gebastelt, mit der E-Mail-Adresse "buergerentscheid@gmx.de" kann man schon den Newsletter zum Thema anfordern.
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