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Donnerstag, 17. Dezember 2009 12:11
Erkrankungen an Platanen: 750 Bäume betroffen
Viele Bäume müssen wegen der 'Massaria-Krankheit' gefällt werden

KREFELD Nach Beobachtungen des Fachbereichs Grünflächen werden immer mehr Platanen in Krefeld krank. "Die zunehmenden Baumkrankheiten und Bedrohungen durch Schädlinge und Pilze machen es fraglich, ob unsere beiden Baumkontrollgänge überhaupt noch ausreichen", sagt Doris Törkel, die Leiterin des Fachbereichs Grünflächen.


Durch zwei halbjährige Kontrollen, einmal bei voller Belaubung und einmal ohne Belaubung, werden die Bäume auf diverse Krankheiten untersucht und bei schlechtem Befund gefällt.

In Krefeld gibt es 2.451 Platanen, die meisten in der Innenstadt. 750 davon sind von der genannten Massaria-Krankheit betroffen. Diese Krankheit erscheint in Form von Röhrenpilzen, die auf der Oberseite von Ästen entstehen wodurch die Diagnose teurer wird, da diese Pilze von unten nicht sichtbar sind. Diese Krankheit verursacht, verstärkt bei Altbäumen (über 50 Jahre), rasche Totholzbildung, erkennbar durch eine rote Abfärbung, später eine schwarze. Durch verfaulte, leicht abfallende Äste entsteht eine Verkehrsgefährdung. Kontrollen sind insbesondere in trockenen und heißen Perioden erforderlich, da das Wachstum des Pilzes offensichtlich durch Wärme und Trockenheit gefördert wird.

Eine Baumkontrolle kostet im Augenblick circa 80 Euro. Im Jahr 2010 ist für den Kontroll- und Pflegeaufwand an den 750 befallenen Bäumen in Krefeld mit einem finanziellen Aufwand von rund 130 000 Euro zu rechnen.

Die Platanennetzwanze schädigt die Bäume durch die Saugtätigkeit ihrer Larven. Intensiver Befall führt zu Blattvergilbung und gegebenenfalls zu vorzeitigem Laubfall. Natürliche Feinde wie Raupen oder Spinnen reichen nicht aus, um diese zu bekämpfen. Mittel gegen Ungeziefer lassen sich aufgrund der Größe der Bäume nicht wirkungsvoll einsetzen. Weil gerade die Platanen häufig von Platanennetzwanzen befallen werden, entscheidet sich der Fachbereich Grünflächen immer häufiger für Alternativen bei Neupflanzungen.

Ein feuchtwarmes Frühjahr führt vermehrt zur Platanenblattbräune an den frisch ausgetriebenen Blättern. Zwischen den Blattnerven bilden sich fast abgestorbene Bereiche und die gesamte Blattfläche zieht sich nach unten zusammen. Die Blätter scheinen verwelkt und fallen ab. Zudem können Kurztriebe absterben, was eine Weiterentwicklung des Baumes erschwert. In der Regel wächst sich im Verlaufe des Sommers der Schaden wieder aus. Nur stark geschwächte Bäume können insgesamt absterben. Außer einer chemischen Bekämpfung ist derzeit keine Behandlung möglich. Der Krefelder Platanenbestand wird in unregelmäßigen Abständen von der Platanenblattbräune erfasst.

Es gibt noch viele weitere Schädlinge und Krankheiten, die nicht nur die Platane betreffen. Da wäre beispielsweise die Kragenfäule, die durch einen über den Boden eingedrungenen Phytophthora-Pilz verursacht wird. Es bilden sich Teerflecken, ein orangefarbener Schleimfluss, Rindenkrebs, Weißfäulepilze, Rindenflächen fallen förmlich ein, die Standfestigkeit des Baumes wird eingeschränkt und die Vitalität verringert sich. Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es derzeit keine. Ein weiterer Schädling ist der Asiatische Laubholzbockkäfer, ein schwarzer, drei bis vier Zentimeter großer Käfer mit weißen Flecken auf dem Rücken. Jedes Weibchen legt bis zu 400 Eier in die Rinde gesunder Bäume. Dieser Käfer wurde bisher nur in der Nähe von Bonn bestätigt, stellt aber eine potenzielle Bedrohung auch für Krefeld dar.

Der Fachbereich Grünflächen muss zukünftig mehr Geld in Baumkontrollen und Baumpflege investieren, um die Vitalität und Verkehrssicherheit vor allem bei Straßenbäumen zu gewähren. Durch eine artenreichere Zusammensetzung der Bäume kann vielen verschiedenen Krankheiten vorgebeugt werden.

- pm / Stadt KR


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