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Glück im Unglück ist, dass die zwei Jungtiere mit vier Monaten nicht mehr auf Muttermilch angewiesen sind und schon feste Nahrung zu sich nehmen. Daher kann der Zoo auf eine Handaufzucht verzichten.
Die Mutter starb vor drei Wochen durch eine chronische Stoffwechselkrankheit, so dass Sohn und Tochter nun von ihrem Vater das richtige Sozialverhalten lernen sollen.
Das Besondere an Vater Leonardo ist seine spezielle Reaktion gegenüber seinem Nachwuchs Patan und Tara. Er duldet sie, ist allerdings kein Ersatz für die Mutter. Extrem sei, dass die Kinder sich weitgehend selbst aufziehen, allerdings werden sie in ihrer Entwicklung und ihrer Verhaltungsweise vom Vater unterstützt. "So etwas geht nicht mit jedem Kater", sagt Kück, aber der geübte Kater habe seine Tauglichkeit bei den vorigen Geburten bereits mehrmals bewiesen. "Wir riskieren dieses einmalige Experiment, weil wir mit Leonardo einen erfahrenen ruhigen Kater haben" so Hamma. Bei einem jungen, unerfahrenen Kater würde der Zoo dieses Experiment nicht wagen, aus Angst die Schützlinge zu gefährden.
Allerdings verlangt die Feldstudie von den Pflegern ständige Beobachtung. Nach der Devise, dass ein sattes Tier auch ein zufriedenes ist, füttern sie die Schneeleopardenfamilie mehrmals täglich mit bestem und frischem Futter.
Der Zoo Krefeld blickt auf eine lange Tradition der Schneeleopardenzucht zurück. Die ersten Raubtiere wurden hier bereits im Jahr 1962 geboren. Die Geschwister Patan und Tara nehmen nunmehr Platz 51 und 52 der Geburtenanzahl im Krefelder Zoo ein. Sie sind der wahrscheinlich letzte Nachwuchs des bereits fünfzehn jährigen Zuchtkaters Leonardo, da Schneeleoparden im Durchschnitt achtzehn Jahre alt werden.
"Die beiden Kleinen entwickeln sich derzeit prächtig, sind gesund und bereiten den Pflegern keinerlei Probleme", berichtet Hamma. Um das Verhältnis zwischen Vater und Sohn nicht zu gefährden müsse die kleine Tara allerdings spätestens Ende nächsten Jahres von den beiden Katern getrennt werden. Im Idealfall könnte im Tausch für Tara eine Partnerin für Patan in den Krefelder Zoo kommen.
Diplom-Biologin Petra Schwinn wünscht sich, dass Patan ein ehrwürdiger Nachfolger des Zuchtkaters Leonardo wird. "Wir hoffen unsere lange Reihe erfolgreicher Zuchten mit Patan fortsetzen zu können", so Schwinn. Am Ende entscheidet jedoch das Zuchtbuch über die Verwendung des verwaisten Nachwuchses.
- pm / Stadt KR
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